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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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ERSTES BUCn.

Durch Caesar erhielten die Römer bestimmtere Angabenüber das damalige Helvetien. Er setzt ihm ungefähr diesel-ben Grenzen, wie sie bis auf neuere Zeilen bestanden. ,. DerRhein scheidet, das helvetische Gebiet von den Germanen,mit denen die Helvetier fast täglich, im Kampf leben; erentspringt bei den Lepontiern, die in den Alpen wohnen ,fliesst in langem Lauf durch das Gebiet der Nantualen, Hel-vetier, Sequaner, Mediomatriker, Tribeker, theilt sich dann ,wo er sich dem Ocean nähert , und bildet viele und grosseInseln .') Der Jura trennt die Helvetier von den Sequanern,der Lemanische See und der Rhodan von der Provinz. Wallis ,das Gebiet der Hochalpen, Tessin , Rhadien, das Gebiet derRauracher (Basel ), die inneren Tliäler des Jura, Genf warennicht helvetisch. Das Land zerfiel in vier Gaue, von denenderjenige der Tiguriner und der Urbigener genannt werden.Als der Entschluss gefasst war, nach Gallien auszuwandern,säeten die Helvetier während zwei Jahren so viel Gelreidean, dass sie während des Durchzuges auf drei Monate hin-reichend mit Lebensmitteln versehen seien, um den benach-barten, freundlich gesinnten Gebieten nicht zur Last fallenzu müssen, verbrannten dann ihre Städte, Dörfer und ver-einzelten Häuser, und drangen mit ihren Familien und mitihrer auf Karren geladenen Habe vorwärts. Die Anzahl derDörfer wird auf vierhundert, die der Städte auf zwölf an-gegeben, ihre Namen und ihre Lage sind nicht angeführt.Nach der letzten Schlacht bei Bibracte (Autun ) wurden imhelvetischen Lager Verzeichnisse aller ausgewanderten Män-ner, Weiber, Greise und Kinder in griechischer Schrift ge-funden, sei es, dass die Helvetier selbst sich dieser Schriftbedient haben, oder, was wahrscheinlicher ist, dass sie,des Schreibens unkundig, die Schriftführung griechischenSklaven oder Flüchtlingen überliessen. Nach diesem Ver-

') Belt. galt. IV, 10.