DIE ZEITEN DER KAISER.
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zeichniss betrug die Zahl der helvetischen Auswanderer263,000, von denen nur etwa ein Drittel wieder zurück-kehrten.
3. Die Zeiten der Kaiser.
Nach den Befehlen Caisars hatten die Helvetier ihreabgebrannten Städte und Dörfer wieder aufgebaut; zumSchutze des Verkehrs und zur Sicherung der Reichsgränzenstiftete er eine Militärcolonie zu Noviodmum (Nyon ); rö-mischer Einfluss und römische Sitten wurden allmähiig vor-herrschend. Nach Ctesars Tod (44 a. C.) fiel Helvelien, unterKaiser August, als vierte Provinz, an das Lugdunensische,später an das Belgische Gallien und Raurachien an Ober-germanien, wo der Stadlhalter L. Munatius Plancus dieMilitärcolonie Augusta Rauracorum (Basel -Augst ) gründete.M. Terentius Varro bezwang die Salasser, erbaute inihrem Gebiet, als Hauplsitz der römischen Besatzung, Au-gusta Pretoria (Aosta ) und weihte auf der Höhe des seitalter Zeit benutzten Alpenpasses, Sutnmus Penninus , demJupiter einen Altar, womit wahrscheinlich ein Schutzhausder Reisenden verbunden war. Um dieselbe Zeit scheinendie Seduner, Veragrer und Nantuaten in Unter-Wallis voll-ständig überwältigt und unter römische Herrschaft gebrachtworden zu sein. Von Rhätien her wurden die römischenBesitzungen, in Oberitalien wie in Helvetien, durch Raub-züge gesetzloser kriegerischer Stämme, besonders durch dieCamunen und Vennonen, beunruhigt. Von zwei Seiten, durchGallien und von Italien her, drangen die Stiefsöhne Augusts,Tiberius und Drusus , in das Land ein und besiegtendie Rhäticr (15 a. C.). Auch ihr Land gehorchte von nunan Rom und wurde im Süden, bis an den Inn , von Italien aus beherrscht, im Norden, wahrscheinlich von der ColonieAugusta Vindelicorum (Augsburg ) aus, zugleich mit den