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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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J. .1. fCIIEVICHZER.

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auf dem Gotthard und in Zürich gleichzeitige Beobachtungengemacht, aus denen Sch. >) für den Gotthard eine Meeres-höhe von 5630 F. herleitet *). Als Quellgebiet grosser, nachallen vier Weltgegenden abfliessender Ströme, galt der Gott­ hard allgemein als der höchste Punkt von Europa , und noch1746, als De Plan lade den Canigou (8562 F.) bestiegenund den Barometerstand tiefer als auf dem Gotthard ge-funden hatte, daher dann für die Pyrenäen die grössereHöhe in Anspruch nahm, widerlegte ihn Sulzer 3 ) mit derBemerkung, dass auf dem Gotthard sich einzelne Giplelnoch mehrere tausend Fuss über das Hospiz erhöben, sodass es fest bleibe, dass hier sich das höchste Gebirge inEuropa befinde. Dagegen bemerkt Scheuchzer 4 ). es mögeder Tillis (9970 F.) wohl tausend Fuss höher sein als dasJoch, und die Mönche in Engelberg könnten daher Rechthaben, ihn für den höchsten Gipfel der Schweiz zu hallen:die höchsten Gebirge in Europa möchten daher nicht über10,000 F. abs. Hohe ansleigen. Seinem barometrischen Re-sultat, dass Bern 200 bis 230 F. tiefer liege, als Zürich ,wollte er selbst nicht volles Vertrauen schenken 5).

Wie Sch. zuerst das Barometer auf unsere Alpen trug,so versuchte er auch über die Meteorologie 6 ) der Alpen alle Thalsachen zu sammeln und eine physikalische Erklä-rung derselben anzubahnen. Leider musste damals das wich-tigste Element, die Ivenntniss der Temperaturen, fast unbe-rücksichtigt bleiben; man hielt sich an traditionelle oder

) Nova ex summis alpibus vulgata. 1731.

-) E. v. Haller, Sclxvv. Bibi. Die Berechnung und ihr Ergebnissfehlt in dem Exemplar der hiesigen und der Zürcher Bibliothek.

ä ) Naturg. des Sehw.-L. cd. Sulzer , I, 42.

4 ) A. v. Ü. p. 43.

; ) Itinera alp., p. 325.

) Jleteorologiu. Naturgesch. ed. Salzer, I.

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