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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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DIE FRANZÖSISCHE SCHWEIZ .

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deckuug gemacht zu haben. Er reiste desshalb 1760 nachLondon , hatte Conf'erenzen mit den Lords der Admiralität,die seine Vorschläge im Princip billigten, aber für die hoheSee nicht anwendbar fanden, wurde Mitglied der Royal Society , bekannt mit Franklin, Dollond u. a. berühmtenPhysikern und starb als Pfarrer in Vufflens-le-Chäteau.

Der grösste und nachhallendste Eifer für die speciellerenNaturstudien zeigte sich in Neuchätel. Ein gewisser Ky-rini dEyrinis aus Russowa in Griechenland ') (?), derin Neuchätel im Griechischen Unterricht gab, hatte, 1721,in mehreren Schriften die Ausbeutung des im Val de Travers brechenden Asphalts empfohlen, zu diesem Zwecke eineActiengesellschaft gebildet und von der Regierung die Con-cession erhalten. Der Betrieb war von befriedigendem Erfolg,der Absatz nahm zu, besonders nach Frankreich und Hol­ land , als in der Mitle des Jahrhunderts, wegen Verfälschungder Waare, dem Tod Eyrinis und anderer ungünstiger Um-stände, das Unternehmen ins Stocken gerieth. Jedenfallswar durch dasselbe die Aufmerksamkeit auf die natürlicheBeschaffenheit der Gebirge hingelenkt worden. Aus der 1626erschienenen Beschreibung von Henripolis 2 ) ergibt sichübrigens, dass damals schon der Asphalt von Val de Travers bekannt war. Im Anfang des XV111. Jahrhunderts unternahmein deutscher Abenteurer Jost gemeinschaftlich mit meh-reren Guillaumes aus Verrieres die Ausbeutung, machte

') Vielleicht aus Ruskowa in Ungarn , nach Anderen aus Russ­ land . Er schreibt sich Eirinus de Eyrinis de Russienne. Der-selbe betrieb auch die Ausbeutung der Braunkohlen und einesTüpferthons bei Strätligen am Tlmnersee. Scheuehzer, 9. Berg-reise.

Description de la nouvelle ville de Henripolis, 162ü. Rrojectdes Herzogs von Longueville, Fürsten von Neuchätel, eineneue Stadt in der Gegend von S. Blaise zu gründen, welcheder Hauptstadt Concurrenz machen sollte.