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sich aber unsichtbar, als der Erfolg nicht günstig erschien,während seine Mitarbeiter später bei Eyrinis Gesellschaftin Dienst traten '). — Der wahre Begründer wissenschaft-lichen Aufschwungs in Neuchälel war Bourguet. SeineFamilie, früher in Nimes angesessen, war nach dem Widerrufdes Edit de Nantes , 1685, erst nach Genf , dann nach Lau sanne , zuletzt, 1687, nach Zürich gezogen. Der Vater fandseinen Erwerb in Handelsgeschälten, die sich auch auf Me-daillen, Antiquitäten, Manuscripte u. s. w. ausdehnten, undihn zu häufigen Heisen nach Italien veranlassten. Der SohnLouis Bourguet (1678-1742)'-) genoss den Unterrichtder zürcherischen Schulen, wo die Bekanntschaft mit demnur 6 Jahre älteren Scheuchzer nicht ohne Einfluss auf ihngewesen sein mag, bildete sich aber ferner aus durch dieHeisen, auf denen er seinen Vater, der mit den Gelehrtenvon Oberitalien in vielfacher Berührung stand, häufig be-gleitete, und die er später auf eigene Bechnung fortsetzte.Da er sich, 1702, mit einer ebenfalls wegen religiöser Ver-folgung nach Neuchälel geflüchteten Französin verheirathethalte, liess er sich, 1704, in dieser Stadt nieder undwusste bald auch Mitarbeiter für seine w issenschaftlichen Be-strebungen zu gewinnen. Durch ihn vorzüglich wurde inGenf eines der ersten wissenschaftlichen Journale in derSchweiz , die llibliotheque üalique (1729-1734) gegründetund unterhalten, und, nachdem sie eingegaugen, wurde ereiner der thäligsten Mitarbeiter des seil 1732 in Neuchälelerscheinenden Mercare Müsse oder Journal heloetique. MitVorliebe hatte er sich dem Sammeln von Petrefacten zuge-wendet, der Jura bot ihm reiche Fundorte in Menge dar,und andere eifrige Sammler, unter denen in früherer Zeit
‘) Osterwald. Beschr. von Neuenburg, deutsch von Bernoulli,1783.
2 ) S. Biograph, im Mcrenre suisse, 1743.