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VIERTES BUCH.
durch Reaumur, Fahrenheit (1686-1736), Ric hmann(1711-1753), De Luc (1726-1817) fortgesetzte Unter-suchungen wird die Thcrmometrie vervollkommnet; durchCrawfurd (1749-1795) kommt der RegrifT der specifischenWärme zur Anwendung; Black entdeckt die latente Wärme;Mai ran (1678-1771) beleuchtet die Eisbildung, die Tem-peraturverhältnisse der Erdfläche und den Einfluss der Son-nenwärme; in den verwickeltsten Gebieten der Wärmelehreweiss der scharfsinnige Lambert (1728-1777) neue zumZiel führende Wege aufzufinden und die betreffenden Auf-gaben mathemalischer Behandlung zugänglich zu machen.Ihm vorzüglich hat man eine ernster gemeinte Meteorologieund Hygroinelrie zu verdanken. Die erstere dieser Wissen-schaften wurde 1774 durch den fleissigcn Gotte (1740-1815) in systematische Form zu bringen versucht.
Nicht geringer waren die Erweiterungen der Elektri-citälslehre. Dufay (169S-1739) entdeckt die zwei enlgegen-gesetzten Elektiiciläten, Gray (-j- 1736) die Unterschiedeguter und schlechter Leiter und die Leitung auf grosse Ent-fernungen, Kleist (f 1748) die nachher von Musschenbroek (1692-1761) und Nollet (1700-1770) näher untersuchteLeydner-Flasche, Canton (1718-1772) die Luftelektricilät;Franklin (1706-1790) die Blitzableiter; Aepinus (1724—1802) macht den ersten Versuch einer mathematischen Elek-tricilätslehre.
Die Mathematiker und mathematischen Physiker be-mühten sich, die neu gefundenen Rechnungsmethoden weiterauszubilden und auf die schwierigsten Fragen der Nalurlehreanzuwenden. Im ersten Rang stehen hier die Schweizer Johann Bernoulli (1667-1748) und sein Sohn Daniel15.(1700-1782), Jacob Herman n (1678-1733), JohannJacob Huber (1733-1798), Euler (1707-1783) undCramer (1704-1752), in Frankreich Bouguer , Clai-raut (1713-1765), d’Alembert (1717-1783), in England