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Leuten, gelang es ihm, die Jugend von der lähmendenBücherweisheit zu erlösen und in der Frische des Natur-lebens zu ursprünglicher Selbständigkeit anzuregen.
Unter den Stiftern der Physikalischen Gesellschaft war
auch
Johann Jacob Ott (1715-1769), Sohn eines ange-sehenen Kaufmanns und demselben Berufe treu bleibend. Ergenoss in Zürich eine sorgfältige Erziehung und war einerder ersten Schüler von Joh. Gessner in der Mathematik undPhysik. Er theilte auch dessen Vorliebe für die Botanik,und seiner Anregung und Unterstützung ist vorzüglich dieGründung eines botanischen Gartens durch die PhysikalischeGesellschaft beizumessen. Durch seinen, mehr dem Gemein-nützigen, als der strengen Wissenschaft zugewendeten Ein-fluss scheint die Gesellschaft nach einigen Jahren die vor-herrschende Richtung auf Verbesserung der Landökonomieerhalten zu haben. Um auch praktisch hiefur thätig zu sein,kaufte er sich ein Gut, das er selbst bewirthschaftete, undseinem Vorgang wird die rasche Verbreitung des Kartofl'el-baues im Canton Zürich zugeschrieben. Während Lambertsich in der Schweiz aufhielt, war er, auf wiederholten Be-suchen in Zürich , auch mit Ott bekannt geworden, undseiner Anregung verdankt man mehrere Reihen meteorolo-gischer Beobachtungen, welche Ott, auch wohl im Interessedes Landbau’s, ausfuhrte 1 ).
Hans Caspar Hirzel 2 ) (17J5 —1803), Med. Dr.studirte in Leyden , unter Musschenbroek und Albin, hieltsich dann in Berlin auf und kehlte 1747 nach Zürich zurück,wo er auch sogleich in die neu gestiftete Physikalische Ge-sellschaft eintral, deren Schriften zahlreiche Arbeiten von