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I (1896) Nordalpen / Gottlieb Studer
Entstehung
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Freilich hatte er diese auch bisher nicht ganz liegengelassen, ihr vielmehr seine spärliche Mussezeit ganz ge-widmet. Früher Sonntage und Feiertage, später denMonat August als Amtsferien, benutzte er zu Bergreisen,deren Resultate er dann in Beschreibungen, Panoramenund Karten niederlegte. Mit einem gewissen Stolz no-tiert der 25jährige, dass er von seiner Zunft eine silberneMedaille für eine Karte von Trub erhalten habe. DieAufnahme der verworrenen Hügelgegend dieses Emmen-thaler Dorfes, zu welcher auch der Aussichtspunkt Napfgehört, war mit den damaligen Mitteln für einen Nicht-fachmann keine geringe Leistung, und sie zeigt uns denjungen Studer gleich im Mittelpunkt seiner Lebensinter-essen, als Topographen und Gebirgsforscher.

Studer hat natürlich in den sechzig Jahren seinermontanistischen Thätigkeit erste Besteigungen und neueÜbergänge zu Dutzenden gemacht, aber das, was manheutzutage einen Bergsteiger ersten Ranges nennt, dasheisst einen Menschen, welcher die Schwierigkeiten auf-sucht oder gar geflissentlich schafft, wo sie nicht, odernicht genügend, vorhanden sind, das war eigentlich Studernie. Die scheinbare Unersteiglichkeit eines Gipfels reizteihn nicht als solche, und es ist wohl nicht nur seinem be-dächtigeren Alter zuzuschreiben, dass er als gefährlichgeltende Berge, wie Matterhorn , Dent Blanche, Schreck-horn, gar nicht versucht hat. Aber er war mehr undBesseres, als ein Gipfelstürmer. Fast jede seiner grös-seren Unternehmungen bezeichnet geschichtlich einenFortschritt in unserer topographischen Kenntnis desAlpengebietes. Überhaupt hat er in der topographischenErforschung der Berge den Hauptzweck der Bergreisengesehen. Er spricht sich hierüber unumwunden aus ineiner sehr interessanten Stelle der Beschreibung seiner