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klüftung in kleine parallelepipedische Stückchen zer-sprengt, neigt zu einem leichten Zerbröckeln und zeigtsich mit stets rauher Oberfläche zu tausendfachen wildenSteinrinnen, zerschlitzten Felsgräben, scharfen Schneidenu nd Gräten, kühnen Spitzen und Nadeln ausgezackt.“(Günibel.) Hellfarbig ziehn diese wüsten Steinströmeln den berühmten südlichen Dolomiten zum Thalbodenherab und da bei dem Magnesiagehalt die Vegetationschwer aufkommt und immer neues Gestein nachstürzt,s ° breiten sich auch die Schuttkegel als fast vegetations-i°se Steinfelder aus.
Arbeitet das Wasser unablässig an der Zerstörungher Berge, so hat es ihnen andererseits in der grünenVegetationsdecke, mag dieselbe in Moospolstern, Rasen-flächen, Gesträuch oder Wald bestehen, einen AvirksamenSchutz gegen seine eigenen Angriffe geschaffen. —Schwammartig saugen die Moose das Wasser auf,während Gräser und Kräuter einmal dem abrinnendenV'asser in jedem Augenblick mechanische Hindernisse111 den Weg legen, vor allem aber durch ihr dichtesVkurzelgeflecht das lockere Erdreich vor Abschwemmungschützen. Seihst wenn bei heftigen Regen die ein-fachen Rasendecken ihre retardirende Kraft verlorenhaben, und das Wasser wie über ein glattes Dach ab-fÜesst, schützen die niedergedrückten Halme noch immerhen mütterlichen Boden; Wasser und nicht Mur fliesstZUm Thal, dem Berghange aber bleibt seine fruchtbareOberfläche erhalten. Dass im Hügeliande von einer•festen Brache mehr Wasser abfliesst, als von beackertemulturland, ist natürlich kein BeAveis gegen den noth-wendigen Schutz der Rasenflächen im Hochgebirge, die^gelockerte Erde vermag bei starker Neigung daseindringende Wasser nicht zurückzuhalten, sondern wirdVielmehr vom Wasser mit hinabgeschAvemmt und durchie Runsen nicht um-, sondern Aveggepflügt.