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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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Jn Wiesen verwandelt, die weit und breit mit denWeinen Heustadeln besetzt sind. Seit 1832 ist dieRegierung bemüht, den Zustand des Thaies zu ver-bessern, aber immer wieder hat sich die Natur stärker61 wiesen als der Mensch. Lorenz hält den Zustand desThaies für unheilbar und das ist er, wenn es nicht ge-lhl gt, dem Thal das Geschiebe der Nebenbäche fern zuhalten. Abklärungsbecken in den Seitenthälern aus-zugraben hält Lorenz mit vollem Recht für viel zuostbar, auch würden die Bäche wahrscheinlich schnellerz uschütten als der Mensch graben, die Technik aberhat und hatte schon lange vor Lorenz billigere undüssere Mittel gefunden, das Hebel zu bekämpfen. (Siehedarüber Cap. III.)

Vom Reschensee bis zur Veroneserklause durch-sfrömt die Etsch 1 ) das Gebirge in einem über 200 Klm.angen und bis Trient hinab durchschnittlich 2 Klm.reiten Thal, dessen Boden mit Ausnahme der kurzenrecke der Toell, wo der plötzlich gegen Süden um-le gende Eluss über anstehenden Granit einige Strom-schnellen bildet, überall mit Alluvial-Gebilden bedecktls h Dennoch bietet das Gefäll des Elusses, dessen Thalsich von 1494 m. (Reschenscheideck) bis auf 107 m.v eramo an der Veroneserklause) herabsenkt, sehrgrosse Unregelmässigkeiten und zwar einzig wegen der^clen durch die seitlich einmündonden Bäche undUnsen aufgebauten Schuttkegel.

Der Oberlauf der Etsch umrahmt in einem nachüden gegen den Ortler zu convexen Bogen die Oetz -aler Gruppe. Mit der Umbiegung gegen Süden ver-

') Simony:Alluvialgebilde des Etschthaies. Wien 1857.R eymanns Specialkarte 322 und 330.