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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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nicht geradlinig, sondern bogenförmig, mit der convexenSeite gegen den Ansturm der Wasser und Muren, er-baut. Die ganze Sperre gleicht einem liegenden, aufdie festen Ufer gestützten Bogen, der in der Mitte einwenig tiefer liegt, als auf den beiden Flügeln, damitder Strom nicht gegen die Ufer gelenkt werde. Bietetder Untergrund, auf den das überströmende Wasserherabfällt, nicht genügende Sicherheit, so schützt mandie Sperre gegen Unterwaschung durch einen Steinwurf.

Alle diese Yorsichtsmassregeln hat schon Duileempfohlen, doch begnügte er sich mit ihnen nicht undgab noch eine ganze Reihe an sich vortrefflicher, abernicht durchaus nöthiger und wegen des Kostenaufwandesim Allgemeinen unausführbarer Yorschriften. Er willdie Sperrren an beiden Enden auf starke, gut fundirteMauerpfeiler stützen und die beiderseitigen Berghängedurch grosse Flügelmauern sichern. Auf der Kroneder Sperre soll eine aus sehr gut zusammengefügtenLärchen- oder Eichenpfosten construirte sogenannteSchusstenne angebracht werden, über die das Wasserdann auf ein sicher fundirtesFluder hinabstürzt. DieFluder bestehen aus einem Rost starker Baumstämme,welcher mit Holzpflöcken auf möglichst tief eingerammtePfähle genagelt und dann mit Steinen ausgepflastertwird, die zum Theil so bearbeitet werden müssen, dasssie über die Balken des Rostes greifen und diese be-decken.

Für den Bau der Mauern und mindestens der Eck-pfeiler verlangt Duile die Anwendung von Mörtel bester Qualität, während man die Sperren jetzt ge-wöhnlich aus trockenem Mauerwerk erbaut, da sie indieser Constraction weit billiger und reichlich so sichersind. Stützt sich der aus grossen Blöcken erbauteBogen beiderseits auf feste Felsen, dann wird er auchdem gewaltigsten Andrange widerstehen.