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Wir betonten, dass die Sperren in Tlialengenzwischen steilen und festen Wänden anzulegen seien,dürfen aber nicht unerwähnt lassen, dass andererseitsgerade in Thalerweiterungen ein Bau derselben ver-sucht ist. Der Ablagerungsplatz, d. h. der durch dieSperren autgestaute kleine See, wird natürlich in diesemBalle grösser und kann auf längere Zeit hinaus wirken;die Rechnung aber, es würden diese Sperren besondersgut widerstehen, da die Stosskraft der sich ausbreitendenund verflachenden Mur- und Wassermasse abnimmt,p a t sich nicht als durchaus richtig erwiesen. Der Mur-gang wird sich nämlich nie ganz gleichmässig aus-breiten, schon beim Beginn der Thalerweiterung Ge-schiebe liegen lassen und dann seinen Angriff gegendiesen oder jenen Punkt der durch ihre Länge ent-schieden schwächeren Mauer richten. Scipion Gras 1 ).erbaute in den Thalerweiterungen der Voreppe bei Roiseaus grossen, durch Eisenklammern verbundenen Steinendrei (allerdings geradlinige) Sperren, deren Kronen,um eine gleichmässige Ausbreitung der Wassermassezu erzielen, völlig horizontal gelegt waren. Als dieSchweizer Ingenieure 1860 die Roise besichtigten, wargerade ein Murgang gegen die oberste Sperre heran-gestürmt und hatte die linke Hälfte derselben (s. Unters,der Waldbäche, Tafel 15) durchbrochen!
Es wird sich daher, wo es irgend möglich ist,immer der Bau der billigeren, bogenförmigen Thal-sperren aus grobem, trockenen Mauerwerk in denengeren Partien der Thäler empfehlen.
Mit den zurückgehaltenen Geschieben erhöhendie Sperren allmählich die Thalsohle und werdenso das beste Mittel, um die durch Einschneiden des
J ) Vergl. darüber Cdzanne p. 257 folg.; Unters, der Wildbäche p. 472 folg.
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