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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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baut man in das Flussbett hinein alle 30 m. je zweisich gegenüberstehende Dämme oder Sporen yon 20bis 30 m. Länge mit einer allmäligen Senkung von derWurzel zu den 4 m. niedriger liegenden Sporenköpfen.Parallel zu den Hinterdämmen werden von den Sporen-köpfen thalabwärts noch kurze Buhnen gebaut, durchwelche der Lauf des Wassers, das beim niedrigstenStande zwischen ihnen hinfliesst, noch enger zusammen-gehalten wird. In den auf diese Weise zu beidenSeiten gebildeten Becken lagern die in ihrer Geschwin-digkeit gehemmten Fluthen Sand und Schlamm ab,während sie in der Mitte des Bettes stets in gleicherungehinderter Kraft hinströmen. Bei Hochwasserwerden die Sporen überfluthet und halten die Parallel-dämme den Pluss in Schranken. (Quellen pag. 104.1

Die Unterlage für die Sporen bilden Faschinen,auf denen ein Steinwurf aus groben Blöcken oder eingutes Steinpflaster liegt; die Hinterdämme werden nurauf der inneren Seite gepflastert und in der Krone sobreit angelegt, dass man bei drohenden Durchbrüchenbequem Material zur Ausbesserung der vorhandenenBeschädigungen heranfahren kann.

Ein anderes Correctionssystem ist an der Isere mit gutem Erfolge zur Anwendung gekommen. (Unters,d. Wildbäche pag. 475 und 476.) Man hat die für denhöchsten Wasserstand berechneten, gut versichertenParalleldämme mehr an einander gerückt; aber indenselben hier und da eine Oeffnung gelassen, durchwelche die Hochwasser seitlich ausströmen können.Damit sich nun hinter den Dämmen keine Strömungbilde, hat man von ihnen aus unterhalb der LückenQuerdämme gegen den Fuss der Berghänge hin gebautund so Bassins geschaffen, in denen das beim Sinkendes Flussspiegels langsam wieder abfliessende Wasserden mitgeführten Detritus zurücklässt.