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Das an der Isere zur Anwendung gebrachte Systemverdient besondere Beachtung wegen der Grösse derseitlichen Abklärungsbecken und der hierdurch bewirktenallmählichen Erhöhung der Thalsohle. Vornehmlichbei Flüssen, die nicht einen Alpensee durchfliessen,muss man darauf denken, ihnen schon im Gebirgsthalsoviel Detritus wie irgend möglich zu entziehen, umnicht durch die in Folge der Gradlegung und Ein-engung verstärkte Schiebkraft des Wassers in der demGebirge vorgelagerten Ebene die Flussläufe zu turbiren.Man wende nicht ein, dass ja durch Verbauung derWildbäche die Geschiebzufuhr abgeschnitten sei. Nurdie Murgänge sind abgeschnitten, Sand und Schlammwerden die Gebirgswasser den Flüssen immer noch soviel zuführen, dass auch die Ablagerungsplätze zwischenden Sporen nicht auf die Dauer genügen, wenn mannicht einen Alpensee hat, bis zu dem die Schiebkraftdes Stromes ohne Rücksicht auf die weiter unten amStrom gelegenen Gegenden erhöht werden kann. DieColmatur der Thalböden ist ein nicht blos durch dieRücksicht auf den Fluss gebotenes, sondern auch inwirthschaftlicher Beziehung höchst empfehlenswerthesCorre.ctionsmittel. In Wallis hat der verstorbene In-genieur Venetz es mit grossem Erfolge auf seinen ander Rhone gelegenen Gütern angewandt, auf die erdurch sogenannte „Heberschleusen“ das über demGrunde hinstreichende, an Sinkstoffen reiche Wasserleitete. An der Salzach und Etsch wird man ohneumfassende Colmatage-Vorrichtungen niemals auf einedauernde, durchgreifende Besserung rechnen können. r )
Aus dem, was bis jetzt in den Alpen schon ge-leistet worden ist, geht am besten hervor, was noch
') lieber die Schrift Galvanis „colmate di monte“ sieheRabbeno; schon Leonardo de Vinci beschäftigte sich angelegent-lich mit Colmatage-Arbeiten.