Buch 
Bericht der vom Schweizerischen Bundesrathe einberufenen Herren Rathsherr Geigy von Basel und Ingenieur Ziegler von Winterthur über die Ausführung eines Schweizerischen Eisenbahnnetzes in finanzieller Beziehung
Entstehung
Seite
76
JPEG-Download
 

76

sind dort, wie kaum in einem andern Lande, zu Tagegetreten. Und wenn wir auch weit entfernt sind, allediese Nachtheile als wesentliche Folgen des Systemsselbst anzusehen, so glauben wir doch behaupten zukönnen, daß dasselbe weit mehr die schlimmern als dieguten Eigenschaften der verschiedenen Bethciligungsartenvereinige.

Wir halten auch das Mittel des verzinslichen An«leihcns (a) von Seiten des Staates zur Unterstützungder Aktiengesellschaft für ganz ungenügend. Denn eSist nicht das Geld, sondern das Vertrauen, das jetztden Eisenbahnunternehmungen mangelt. ES fehlt dieHoffnung oder die Gewißheit eines genügenden Ertrags.Ein verzinsliches Darleihen dient nun eher zur Vermin«dcrung als zur Vermehrung desselben. Denn die Aktio-näre müssen dem Gläubiger in jedem Fall bestimmteZinsen bezahlen und erhalten für sich vielleicht nichts,während sie doch wenigstens einige Prozente erhaltenwürden, wenn das Kapital um die dargeliehene Summevergrößert wäre.

Und eben weil es sich nur um ein Mittel handelt,das geeignet ist, den Eisenbahnen die Theilnahme derKapitalisten zuzuführen, so können wir uns auch vonder Uebernahme einer Anzahl Aktien durch den Staat (t>)keinen Erfolg versprechen. Die Uebernahme von Aktienaber unter Vcrzichtleistung aus gewisse Rechte zu Gunstender übrigen Aktionäre scheint uns allzuweit gehend undlästig. Weil es sich nämlich nicht klar herausstellt, umwie viel der Ertrag der Aktien in Privathänden durchdie Verzichtlcistung des Staates gesteigert wird, so istder Staat, wenn anders der Zweck erreicht werden soll,genöthigt, soweit zu gehen, bis auch eine ängstlicheBerechnung befriedigt ist.