82 Zweiter Abschnitt.
zu kehren. Es möchte daher nicht unpassend seyn, hierfolgende Erfahrung einzuschalten.
Im Jahre 1821 wurde an der Mündung des schles-wig-holsteinischen Kanals zu Holtenau am Kieler Hafen,wo die Schiffe anlegen, um zu löschen und zu laden, einDeckwerk von Faschinen da angelegt, wo früher ein Boll-werk, das eine beträchtliche Reparatur erforderte, gestandenhatte. Obgleich das durch ■ einen Einschnitt in dem Uferfest mit dem Lande verbundene Faschinenwerk, zwischen des-sen Sprcitlagen Erde, als Beschwerungsmaterial, aufge-schüttet wurde, und dessen Decke mit einer hohen Schichtevon Lehm versehen ist, 3 bis 4' über den mittlern Wasser-stand hervorragt, die Stammenden der Faschinen der Was-serseite zugekehrt sind, und der ganze Baukörper, der alsein so genannter todter Bau zu betrachten ist, dem Stoßedes Wassers und des Eises sehr ausgesetzt gewesen ist, sohat dieses Faschinenwerk sich dessen ungeachtet, bis jetzt sehrgut gehalten.
Als es die Stadt Kiel für zweckmäßige fand, den La-dungsplatz am Hafen oder die Schiffsbrücke zu erweitern,wurde eine hölzerne Vorsetzwand erbaut. Da die Pfahleaber wegen der bedeutenden Tiefe nicht den festen Grunderreichen konnten, und man unvorsichtiger Weise den Mod-der oder Schlamm aus dem Hafen als Füllgrund einge-worfen hatte, neigte sich die gesammte Verschalung ein-undauswärts, selbst noch als man nachher diese schwere Füll-erde wegbringen ließ, und alles Mißte von Neuem ausge-führt werden. Nachdem das ganze Bollwerk herausgeschafftwar, wurde statt dessen ebenfalls ein Deckwerk von Faschinen,welches 2 bis 3' über den mittleren Wasserstand hervorragt,angelegt, und die Stammenden der Faschinen nach der Was-serseite angebracht. Wenn auch ein Theil des Faschinenwerksbeim mittlern Wasserstand über dem Wasserspiegel sich befin-det, und es beim niedrigsten Wasserstande gänzlich vom Was-ser entblößt gewesen ist, so wie auch das Wasser bei stürmi-schem Wettbr mehrere Fuß darüber gestanden, so hat auch