Mehrere Gruben in dem Berge zeigen bloß Fels, an welchem das Auge keine zn großen Schwierigkeiteneindeckt, aber diese Löcher sind nicht zahlreich genug, und nicht an der Stelle, durch welche der Tunnel gehenmuß; die Beschreibung, welche in einem Werke von diesem Berge gemacht wird, stellt ihn als sehr schwer zn be-arbeiten dar. Der Tunnel geht in einer so großen Tiefe durch den Berg, daß cö außerordentlich schwer seinwird, Schachte darin abzuteufen, obgleich sie nöthig sind, den Boden herauszuschaffen, die Arbcitsgeräthe undBaumaterialien hincinzuschaffen, und gute Wetter zu erzeugen. Die Schwierigkeiten und Ausgaben werden be-deutend dadurch vermehrt werden, daß man nur von beiden Einschnitten anö bauen will, besonders in einemBerge dieser Art. Ich weiß kein Beispiel irgend eines Tunnels von gleicher Lange (640^), der ohne Fördcr-und Luftschachtc durch einen Berg getrieben worden wäre, mit Ausnahme des Highgate-Tunnels, welcher ein-stürzte, und deßhalb in einen offenen Einschnitt verwandelt werden mußte. In dem Highgatc-Tunncl war einNichtstollen (Driftway, Heading) durch den Berg getrieben worden, um dcu Boden zn untersuchen, der aber sehrschlecht befunden wurde. Ich kenne diese Art Boden sehr gut, und habe ihn bei Bauausführungen viel stärkerneibcn, quellen oder fließen sehen, als in Highgate Hill.
A n m e r k. des UebersetzerS . Ein solcher Quellsand fand sich im Wnrmthal bei den Fundamenten des Viaducts derRheinischen Eisenbahn. Bei diesem großen, circa 900^ langen und bedeutend hohen Kunstwerke wäre es daher Schuldig-keit des Ober-Ingenieurs gewesen, so wenig Pfeiler als möglich aus dieser Stelle anzulegen, um den Bau wohlfeiler znmachen; statt dessen wurden aber alle 19'/. Fuß 4füßige Pfeiler angelegt, statt alle 40 Fuß 8 oder llfnßige, unter demVoiwande des bessern Aussehens; ich weiß aber nicht, was besser aussteht: halb großartig, halb kleinlich, oder ganz groß-artig. Es war demselben aber darum zu thun, den Chaussce-Uebergang zwischen Aachen und Bnrtscheidt nach dem Modellder London -Greenwich -Eisenbahn bei dem Ucbergange der Spastraße nachzuahmen. Durch diese Veränderung des ursprüng-lichen Projekts, nachdem die Fundamente eines Theiles des ViaductcS bereits lagen, wurden viele unnütze Kosten verur-sacht, und ein Theil der Fundamente paßte gar schlecht zu dem neuen Verschönernngsprojecte.
Herr Palmer fährt fort: Ich will hiermit nicht sagen, daß irgend eine Aehnlichkeit zwischen diesem verun-glückten Tunnel und dem Clavcrton-Tunncl besteht; wenn aber dieser Tunnel durch einen vom Wasser gänzlicherweichten Thonboden oder Triebsand geführt werden müßte, so würde er wahrscheinlich auch einfallen.
A n IN e r k. d. n e b e r s. In der Generalversammlung der chinesischen Eisenbahn-Gesellschaft im Jahr 1l840 sagte der Ober-Ingenieur derselben: „Der Tunnel kostet trotz seiner bedeutenden Länge (die dreifache des ** Tunnels), welche die„Anlage zahlreicher Hülfs- oder Arbeitsschachte erfordert, verhältnismäßig nicht so viel wie der welches besonders„der gleichförmigen Bodenart dieses Tunnels und dem Umstände zuzuschreiben ist, daß durch eine Höherlegnng der Sohle„um 10 Fuß gegen das anfängliche Project das Grundwasser und dadurch die Region des fließenden Sandes vermieden„worden ist. Der Druck des Erdreichs, üus reinem weißen Sande bestehend, war indessen bedeutender als erwartet wurde,„und hat mehr Holz verwendet werden müssen, um das weite Tnnnelprofil gefahrlos so lange zu stützen, bis die Aus-„mauerung erfolgen konnte, als man vor Beginn der Arbeit vermuthete.
„Uebrigens ist die allgemeine, im Publikum selbst durch Bergverständige verbreitete Meinung, daß die Durchführung„des Tunnels durch dieß Terrain unmöglich sei, noch in frischem Andenken, und man war um so mehr genöthigt, ein„ganz gefahrloses, freilich aber mehr Holz erforderndes System anzuwenden, um diesen oft böswilligen Gerüchten keine„Nahrung zu geben.
„Wie beim *** Tunnel stiegen auch bei diesem Bau die Arbeitslöhne der Bergleute fast um das Doppelte der früher„üblichen, so wie die Löhne der Maurer. Ueberhaupt war es im Anfange schwer, Arbeiter zu bekommen, der allgemein„im Publikum verbreiteten Gefährlichkeit dieser Arbeit wegen, und erst nach und nach gewannen die Leute Vertrauen„zur Sache."
Er hätte hinzufügen können: ich selbst verstand von der Sache nichts, mußte mir aber doch das Ansehen geben, alsob ich sie verstünde, deßhalb entstanden Mißgriffe jeder Art, und ich konnte die böswilligen Gerüchte nicht widerlegen,weil ich mich zn schwach fühlte. Nur dem Obersteiger L. verdanke ich es, daß der Tunnelbau wirklich durchgeführt wurde,weil er der einzige Bergmann war, der den Sandbau gründlich kannte, vielleicht wäre sonst der Fall mit Highgate Hill
wieder vorgekommen, daß ein Einschnitt angelegt werden mußte. Wenn die Arbeitslöhne der Bergleute so hoch zu stehen
kamen, so war hieran mein Vertrauen in solche Leute, welche früher in den Bergwerken Haspelzieher und Schlepper ge-wesen waren und nichts verstanden, schuld; denn wenn sie nur recht prahlerisch sprechen konnten, ließ ich diesen freie
Hand, damit sie Ihresgleichen gut bezahlen konnten. Als L. uns gezeigt hatte, wie wir den Berg glücklich zu durchführen
hätten, schickte ich ihn fort, um den Ruhm der Ausführung für mich zu behalten. Der A. V. Tunnel wurde einem schonmehrmals wegen Diebstahl öffentlich bestraften Individuum und ungeschickten Bergleuten übertragen, folglich der Bock zumGärtner gesetzt; hätte Herr T. dem SectionS-Jngenieur Z. nicht einige zuverlässige, brauchbare Oberhauer zugesandt, wurde