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entfernt, welche mit Einschluß von Portsea eine Bevölkerung von -15,648 Seelen enthalt, von welcher eine großeMenge in den Dockyards Arbeit und Lebensunterhalt findet.

Die Königin Elisabeth ließ viele neue Werke zur Befestigung dieser Stadt anlegen. Bei der RestaurationCarls Ul wurden große Verbesserungen daran angebracht, indem die neuen Docks angelegt wurden, und manviele Forts nach der neuen Manier befestigte. Seit jener Zeit hat jeder König und jede Königin Verbesserungender alten Werke vornehmen und neue erbauen lassen, so daß die Stadt nun die regelmäßigste Festung in Eng-land ist. Etwa 400 Ruthen südlich, näher am Meere, liegt Southsea Castle, ursprünglich ein bloßes Blockhaus,auf Befehl Heinrichs VIH. erbauet, und von einem Mantel unter Carl lk. umgeben. Das Ganzewurde reparirt und verstärkt, als Georg III. an die Regierung kam. Südwestlich des Schlosses, und durch eineBrücke verbunden, liegt eine mit Stein bekleidete Batterie, deren Garnison zu Porlsmouth gehört, und in denletzten Jahren find unter der jetzigen Regierung viele neue Werke erbauet worden, so daß dieser Ort eben souneinnehmbar zu Lande als zu Wasser gehalten wird. Der Tockyard, welcher die Magazine für Militär- undFlottenefseeten enthält, ist der vollständigste der Welt, und hat alle Werkstätten und Manufaeturen zur Versor-gung der Kriegsschiffe. Die Docks und Jards gleichen einer besondern Stadt, und bilden eine solche. Tortfind besondere Gebäudereihcn für Wohnungen der vorzüglichsten Offiziere aus öffentliche Kosten erbauet worden,die nnter einem, von der Garnison unabhängigen Gouverneur stehen. Die Maschinerien in den Werkstätten undManufaeturen, besonders jene zum Verfertigen von Flaschcnzügen, werden durch Dampfmaschinen von bedeutender Kraftbewegt. Einige Hundert Sträflinge werden täglich aus den Hulks (Pontons) zu Längsten Harbour gebracht und imDockyard zur Anfertigung von Tau- und Segelwerk benutzt, wie dies auch zu Wvvlwich geschieht. Das neueSchiff, der Trasalgar, welcher 1841 vom Stapel zu Woolwich gelassen wurde, ist auch hierher gebracht worden,um mit Masten und Takelwerk versehen zu werden.

In dem Uard ist daS königliche Flottencollegium und eine Schule für Seebaukunst, die unter dem Gou-vernement des ersten Lords der Admiralität und anderer Seeofficiere steht.

Der Hafen von Porismouth übertrifft jeden andern des ganzen Königreiches an Größe, Tiefe und Sicher-heit, da sein Eingang nicht breiter ist, als die Themse zu London . Er breitet sich aber schnell sehr aus, undtheilt sich in verschiedene Canäle, die sichere Ankerplätze und sichern Schutz für beinahe die ganze englische See-macht darbieten. Die Königin Elisabeth war also eine große Frau, die den ersten Grund zu dieser ungeheuernMacht legte.

Ein anderer großer Vortheil dieses Hafens ist die geräumige Rhede troackstenck) von Spithead, zwischenPorlsmouth und der Insel Wight , wo 1000 Linienschiffe sicher vor Anker liegen können. Nahe an der Küste istder Signalposten, welcher während eines Krieges beständig im Gebrauch ist, um den zu Spithead liegendenKriegsschiffen Signale zu geben.

Die Straßen der Stadt sind meistens enge und schmutzig, aber zur Kriegszeit immer voller Geschäftigkeit,weil die Stadt ihre Nahrung besonders von der Kriegsflotte hat.

Hier ist auch ein Telegraph, welcher mit jenen in London correspondirt, was in acht Minuten geschieht.Die sämmtlichen Wälle um die Stadt, wie auch die Mauern, sind mit Kanonen besetzt, und auf einigen derselbensind schöne Spaziergänge, an der Ost- und Meerseite, von welcher man eine gefällige Aussicht hat. Die alteKirche dient den Seefahrern als Merkzeichen, und ist ziemlich groß; ihre Architectur ist aber nicht schön, und nimmtsich vielleicht besser auf dem Papier aus, woraus ja so viel Gewicht gelegt wird. Die übrigen Kirchen, St. John,St. Pauls und All Saints, aus neuerer Zeit, sind hübsche moderne Gebäude. Ebenso sind Capellen für römi-sche Katholiken, Bethäuser für alle Classen von Tisscntcrs, und eine Judensynagoge vorhanden. Die öffentlichenGebäude sind eine Town Hall, ein Gefängniß, ein Custom House (Touanen-Gebäude), ein Theater- und Gesell-schaftsgebäude. Auch sind Freischulen und Armenhäuser hier. In Kriegszeiten, wo viele Fremde hier an-kommen, sind die Hausmiethen und möblirte Wohnungsgebühren außerordentlich hoch, und die Lebensmittel sehrtheuer.

Das Civilgouvernement besteht aus einem Mayor, Aldermen, einem Recorder und Bailiffs, nebst CommonCouncil. Die Stadt schickt zwei Mitglieder ins Unterhaus des Parlaments. Hier ist ein Teputy-Governor