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Die C h e lse a-W a sse r g e se l l sch a st, welche unter der obern Leitung des Herrn James Simpson ,Civilingenieur, in der großen St. GcorgeS-Straße, nahe am Bird Cagc walk St. James Park, stehen. DessenGüte habe ich auch die genaue Bekanntschaft mit diesen Wasserwerken zu oerdanken, von welchen er dem Regie-rungsrath Herrn Hartwig aus Danzig und mir dctaillirte Zeichnungen und viele Angaben überließ. Sehr ofthabe ich diese Werke besucht, und die Leistungen des FiltrirapparateS, der Maschinen n. gesehen, und nochmanche andere Deutsche dorthin geführt.

Im Jahre 1723 wurden diese Werke angelegt, und zwar zur Benützung des Themsewassers als Trink- und

anderes Wasser, von welchem ich zur Zeit, als ich im Jahre 18^1 in Pimlico, Belgravc Road Nr. 3 und

Upper Easton Street Nr. 3 wohnte, manches Glas getrunken und mich dabei sehr wohl befunden habe.

Die Werke liegen auf der Nordoftseite von Chelseareach, auf dem Themscufer nahe bei der Maschinenfabrikdes w. Wood, wenn auch der Wasservorrath von der südlichen Seite des Flusses in eisernen Röhren,die in der Themse eingebettet und gegen Beschädigung gesichert sind, abfließt. Diese Gesellschaft hat die Filtrir-rcservoirs nach vielen kostspieligen Versuchen eingeführt, wovon hier eine specielle Beschreibung gegeben werdensoll, um auch zugleich das beharrliche Verdienst des Herrn James Simpson um diese Anstalt und um allekünftig anzulegenden Wasserwerke bekannt zu machen. Das klare, gesunde Themsewasser verdient die Anerkenntnißaller Bürger Londons / weil die andern Gesellschaften, deren Wasser nicht so rein ist, gezwungen sind, ihrenVerbrauchsartikel ebenfalls zu verbessern. Es ist interessant, aus der Seite rechts des Einganges das aus derThemse unmittelbar entnommene trübe Wasser und gleich daneben daö hellste siltrirte Wäger zu lehen, was man

sich nur immer denken kann. Wer es nicht weiß, muß glauben, hier zwei Quellen neben einander zu finden,

von welchen die eine das trübe und die andere, das klare Wasser hergibt. Herr JameT Simpson hat inTclsord'sLeben" eine genauere Beschreibung dieser Werke herausgegeben, die sein ganzes Leben beschäftigen, wovon Nach-stehendes mitgetheilt wird.

Die Vorsteher der Ehclsea-Wasserwerke hatten beschlossen, eine Einrichtung zu treffen, welche die Güte desihren Kunden zugeschickten Wassers ganz vorzüglich machte, und' im Frühjahre 1826 fing Herr Simpson mirseinen Versuchen und Untersuchungen an, so daß, als Dr. Roget, Herr Tclsord und Herr Brande, welche dieUntersuchungseommissiou ausmachten, die Werke im Sommer 1828 besuchten, die Constrnction der Filtrirwerkevon einiger Bedeutung in einem vorgerückten Zustande fanden.

So wenig Praetischeö war über die Filtrirung geschrieben worden, daß die Kunst, im großen Maaßftabezu siltrircn, noch erlangt werden, und daß man die Wasserwerke zu Glasgow , Manchester , Bristol :c. noch ver-bessern mußte, wo sich Beispiele von Gelingen und Fehlschlagen gezeigt halten.

Es war daher nöthig, vorgängige Versuche zu machen, um das Anlageeapital sicher zn stellen, und eswurden dcmgeinäß verschiedene Versuche mit Filrrirslächeu angestellt, welche mehr als 1000 Qnadratfuß Ober-fläche hatten, um daS beste Princip ebensowohl als die schicklichsten Materialien herauszufinden.

Alle Modisicationeu von Seiten- und aufsteigender Filtration zeigten sich unwirksam, und man fandSchwierigkeiten, die verschiedenen Filtrirmasselagcn in ihrer bestimmten Position zn erhalten nach dem Verhältnißihrer Theile z wirkliches Reinigen konnie nicht criangl werden, ohne daß man die ganze Filrrirmafse entfernte.Alle AuSknnstsmittel durch Ströme, Gegenwirkung des Wassers und andere Mittel bewiesen sich entweder unwirk-sam oder unbeguem und kostspielig.

Die jetzige Filtration ist der Erdoberfläche nachgeahmt und nicderstcigcnd, und die Filtrirmafsc besteht ausfeinem und grobem Flußsaude, zerstoßenen Muschelschalen und Kieselsteinen von größer» oder kleinern Dimen-sionen. Die Materialien liegen in einem Reservoir, und ihre Oberfläche bildet solche Rücken, wie gepflügtesLand in einigen Gegenden, wo man die einzelnen Stücke in der Mitte sehr hoch beipslügt.

Die ersten Versuche mit niedersteigender Filtration verunglückten, weil man nicht hinreichende Sorgfalt aufdie Auswahl und die Trennung der Filtrirmaterialicn verwendet hatte. Erplosionen von verdichteter Luft inden Tunnels, welche das siltrirte Wasser sammelten, verursachten gelegentlich Unordnung in den schichtenwcisegelagerten Filtrirmasscn, aber diese wurden durch Luftlöcher vermieden. Die Filtrirung wurde einmal durch dieHinznfügung frischen Sandes verhindert (ein Beweis, welche guten Dienste der feine, so lange verkannte Sand

Beyse's Beitntgc. NI. 102