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Lehrbuch der Mineralogie mit naturhistorischer Grundlage / von F. X. M. Zippe
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Phosphoresccuz.

lungen, sie mit anderen Eigenschaften (einige krystallographische ausgenom-men) in einen solchen Zusammenhang zu bringen, um von ihnen auf gewisse,nicht unmittelbar wahrnehmbare Verhältnisse scldiessen zu können; siesind daher bis jetzt für die Charakteristik noch unfruchtbar geblieben,dürfen jedoch in der Physiographie nicht übergangen werden. Die nö-thigen Apparate, um Mineralien auf ihre elektrischen Eigenschaften zuuntersuchen, sind ziemlich einfach; ein Elektroskop. bestehend aus einerauf einem verticalen Stahlstifte mittelst eines Hütchens von Granat odersonst einem harten Minerale in ihrer Mitte horizontal ruhende und leichtbewegliche Messingnadel mit kleinen Köpfchen an ihren Enden, ist daswichtigste für die gewöhnlichen Versuche. Mineralien, welche die Elek-tricilät leiten, müssen beim Iicihen mit einem seidenen Tuche gehaltenoder auf eine Siegellackstange befestigt werden. Zum Erwärmen bedientman sich eines Gefässes mit Sand oder feinem Schrot über einer Wein-geistlampe zum Anfassen einer Pincette und eines seidenen Tuches.

§. 104. Phosphoresrenz.

Die selbständige Liclitentwickelung eines Körpers, veranlasstdurch iiusscre Ursachen oder ■während der Dauer eines veränderli-chen Zustandes seinerSubstanznenntman Phosphorcsccnz; nur dieErscheinungen in Folge äusserer Veranlassung kommen bei Mine-ralien in Betrachtung, die anderen zeigen sich blos an organischenSubstanzen.

Einige Mineralien zeigen Phosphorcsccnz durch mechanische Veran-lassung, wenn sie mehr oder weniger heftig gerieben oder gestosseuwerden. Zwei Stücke Quarz, heftig an einander gerieben, phosphoresci-ren, so auch mancher Dolomit, wenn er heftig geritzt wird; ebenso einigeAbänderungen der dodekaedrisehen Blende, und manche darunter schonRitzen mit einer Federspitze; Glimmertafeln phosporeseiren, wenn siedurch rasches Auseinandcrreissen gespalten werden.

Durch Erhitzung auf einer dunkelroth glühenden Metallplatte phos-phorescirt der oktaedrische Hallith, wenn er als gröbliches Pulver daraufgestreut wird. Die Lichtentwickelung, obwohl ziemlich lebhaft, erforderteinen etwas dunklen Ort zu ihrer Wahrnehmung; das dabei entwickelteLicht ist stets von anderer Farbe als die des Minerales. Das einmal zumExperiment gebrauchte Pulver kann nicht zur Wiederholung verwendetwerden, woraus zu schliesen, dass dabei eine bleibende, obwohl auf an-dere Art nicht nachweisbare Veränderung des Minerals eintritt. AuchCalcit, manche zusammengesetzte Varietäten des hexagonalen Phospho-rits zeigen auf diese Art Phosphoreseenz, mancher Demant, Topas zeigtsie schon bei geringer Erwärmung.

Durch elektrische Funken, wenn man sie wiederholt durchschlagenlässt, werden Varietäten mancher Mineralien durch Erhitzung phospho-rescirend, welchen ohne diese Vorbereitung diese Eigenschaft abgeht.