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Chemische Merkmale.
Die Flusssäure, in Dampfform oder als Flüssigkeit dient bisherhauptsächlich, um auf Schnittflächen Structurverhältnisse sichtbar zumachen, doch könnte die durch Einwirkung von Schwefelsäure aufmanche Mineralien sich bildende Flusssäure, welche sich durch Zerstörungder Oberfläche des Glases, in welchem der Versuch vorgenommen wird,zu erkennen gibt, auch als Unterscheidungsmerkmal gebraucht werden.
§. 109. Von den chemischen Merkmalen der Mineralien.
Mit dem vorstehenden Ausdrucke werden gewöhnlich dieje-nigen Eigenthlindichkeiten und Erscheinungen bezeichnet, welchesich kundgeben, wenn ein [Mineral durch Einwirkung der Wärmeoder einer andern Substanz eine Veränderung erleidet. Es istschon an einem anderen Orte (Charakteristik, Einleitung S. 8u. lf.) dargethan worden, dass ein grosser Theil dieser Merkmaleals naturhistorische zu betrachten sind, und die, welche in einemsolchen Verhältnisse stehen, das sie ohne vorhergehende Kennt-niss der Chemie durch ganz einfache Verfahrungsweisen aufge-funden werden können, sind in den letzten Paragraphen bereitsabgehandelt worden. Es gibt nun ausser diesen allerdings nochVerfahrungsweisen, durch deren Anwendung Veränderungen ineinem Mineral erfolgen, aus denen man auf das Vorhandenseinbestimmter Elementarsubstanzen in der chemischen Zusammen-setzung desselben schliessen, und welche man als Merkmale zurBestimmung benützen kann; ihre Auseinandersetzungwird jedochhier übergangen, weil die angeführten für diesen Zweck für dengegenwärtigen Standpunkt der Mineralogie vollkommen aus-reichen.
Unter den chemischen Merkmalen begreifen wir die Erscheinungen undVeränderungen, welche erfolgen, wenn die Auflösung eines Minerales in einerSäure durch die verschiedenen Keagentien behandelt wird, durch welche dasV orhandensein bestimmter Substanzen in derselben nachgewiesen wird.Oft bedarf ein Mineral, um es in Säuren auflöslich zu machen, noch be-sonderer Vorbereitungen durch Schmelzen, entweder für sich oder inVerbindung mit Substanzen, welche geeignet sind, eine Veränderung inder chemischen Zusammensetzung desselben zu bewirken. Die Anwen-dung dieser Mittel, so wie die Handhabung der zur Ausführung desVerfahrens nöthigen Apparate ist ganz auf Kenntniss der Chemie ge-gründet und wird auch in guten Lehrbüchern dieser Wissenschaft voll-ständig abgehandelt. Für den Mineralogen, welcher zugleich Chemikerist, bedarf es in einem Lehrbuche der Mineralogie keiner Auseinander»