Chemische Merkmal«*
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Setzung' dieser Yerfahrungsweisen, es genügt die Anführung ihrer liesul-tate bei der Betrachtung der einzelnen Miueralspecies am gehörigen Orte.Für den Mineralogen aber, welcher nicht zugleich Chemiker ist (und dasist wohl bei Anfängern grösstentheils der Fall) sind die Anleitungen zudiesen Yerfahrungsweisen unnütz und können sogar nachtheilig werden,weil sie leicht zu Missgriffen und falschen Schlüssen verleiten.
Ein anderer Theil der chemischen Merkmale, welche sich bei derBehandlung der Mineralien vor dem Löthrohre mitlleihiilfe von sogenann-ten Flussmitteln und anderen Zusätzen, als Borax, Soda, l’hosphorsalz,Kobaltsolution u. s. w. ergeben, sind wohl von der Art, dass sie wenig-stens theilweise auch als naturhistorische betrachtet werden können,weil ihre Anwendung keine sonderlichen chemischen Kenntnisse voraus-setzt und die Erscheinungen und Veränderungen, welche sieli dabei zei-gen, als einfache Wahrnehmungen, keiner weiteren Erklärung bedürfen,datier auch der Anfänger von ihnen Gebrauch machen kann, wenn ersieh die nüthige Fertigkeit in der Handhabung des Lüthrohres erworbenhat. Es mögen daher die Yerfahrungsweisen liier in Kürze angedeutetwerden.
Bei der Behandlung mit Borax vor dem Löthrohre wählt man zurUnterlage am zweekmässigsten Platindraht, etwa von der Stärke einer In-seeten-Stecknadel, biegt in denselben einOehr beiläufig von der Grössedes Biiehstabeu 0 und sucht in diesem ein Stückchen reinen Borax, etwavon der Grösse eines Pfefferkornes festzuhallen. Der Borax schäumtsehr stark und bläht sieh auf, schmilzt aber endlich zu einem klaren unge-färbten, einer Glasperle ähnlichen, das Oelir ansfüllenden Körper. EinStückchen einer färbenden Mineralsubstanz, meistens unter der Grösseeines halben Molinkürnchens auf die Boraxperle befestigt, indem mandiese etwas befeuchtet und dann durch die Löthrohrflamme mit ihr zu-sammensclimilzt, färbt die Perle entschieden und oft sehr intensiv; auchist die Färbung- für manche Substanzen eine verschiedene in der innernund iiussern Löthrohrflamme. Das Mineral, welches auf diese Weise un-tersucht wird, darf kein Arsen enthalten, und wenn es ein arsenhaltigesist, wie manche Kiese, so muss das Arsen durch vorhergehende Behand-lung auf Kohle durch die äussere Löthrohrflamme ausgetrieben werden;das dadurch erhaltene Korn wird zermalmt und ein sehr kleines Stück-chen davon auf die Boraxperle gebracht, und wie angeführt, weiterbehandelt.
Auf ähnliche Weise verfährt man bei Behandlung mit Phosphorsalz,man erhält ebenfalls gefärbte Proben durch färbende Substanzen, theilsvon derselben, theils von anderer Färbung, als bei der Behandlung mitBorax; ausserdem zeigt sich noch ein Gehaltan Kieselsäure, wenn solcheim Minerale vorhanden ist; sie bleibt dann in der klaren Perle unaufge-löst und bildet ein sogenanntes Kieselskelett, nur muss für diesen Zweckdie Probe etwas grösser genommen werden.
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