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II. Band.
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I. Azofarbstoffe.

Die Azofarben bilden die reichhaltigste Farbstoffklasse und dieZahl der hierher gehörigen verschiedenartigen Farbtöne vermehrt sichtagtäglich; die meisten derselben sind erst seit verhältnissmässigkurzer Zeit in Anwendung, trotzdem der erste Azofarbstoff, das Chry-soidin, bereits im Jahre 1876 von Witt und Caro im Grossen darge-stellt wurde. Die Azofarbstoffe entstehen durch Eintritt von Hydroxyloder Amidgruppen in das Azobenzol (C 6 H 5N = N C S H 5 ) oder einemandern Azokörper der aromatischen Reihe, wie Azonaphtalin oderAzobenzolnaphtaliu u. s. w. Je nachdem sie die Azogruppen einmaloder zweimal enthalten, theilt man sie in Monoazo- und Disazofarb-stoffe (Tetrazofarbstoffe) und unterscheidet weiter, je nachdem der Resteines Amins oder eines Phenols bezüglich deren Sulfosäuren oderCarbonsäuren einen Bestandtheil ihres Moleküls bildet, in Amidoazo-und Oxyazofarbstoffe. Mit Ausnahme des Chrysoidins und des Bis-marckbraun haben die Azofarbstoffe einen sauren Charakter. Siehaben, abgesehen von den Tetrazofarbstoffen (siehe unten) nur geringeHinneigung zu der Pflanzenfaser, sind dazu wenig licht- und seifen-echt, mithin für Baumwollfärberei und Zeugdruck nur wenig ge-eignet, vorzüglich dagegen für Wollen- und Seidenfärberei und für Druck.

Die Farbstoffe bilden meistens gelbe bis scharlachrothe, in Wasserleicht lösliche, pulverförmige Substanzen, welche die Thierfaser infast allen Farbtönen anfärben. Die Farbenreaktion, aufgestäubtauf concentrirte Schwefelsäure, giebt für viele einen Anhaltspunktzur schnellen Unterscheidung der verschiedenen Produkte.

Zur vorstehenden Gruppe gehören über 100 verschiedene Marken,deren Aufzählung hier erlassen werden kann. Die genauere Be-schreibung ist in vielen vortrefflichen Lehrbüchern der letzten Jahrewiederholt erfolgt, auf welche hier verwiesen sei. Nur einige wenige,deren sich die Verfasser in der Praxis bedienten, seien in ihrer An-wendung vorgeführt.

Ueber die neueren für die Färberei und Druckerei der Baum-wolle besonders wichtigen und vorzüglichen Verfahren, den Azofarb-stoff auf der Baumwollfaser direkt zu erzeugen, wird später aus-führlich berichtet werden.

Die Ponceau-, Xylidin- u. s. w. Farbstoffe fanden im AnfangAres Erscheinens vielfach Verwendung zum Glattfärben sowie zumUeberfärberi mit Anilinschwarz bedruckter Stücke, der sogenannten