Buch 
3 (1834) Beschreibung und Berechnung grösserer Maschinenanlagen, vorzüglich jener, welche bey dem Bau- Berg- und Hüttenwesen vorkommen / von Franz Anton Ritter von Gerstner
Entstehung
Seite
12
JPEG-Download
 

12

Stärke geschmiedeter JJ'cllzapfen.

Gattungen Gusseisen erzeugt, wie wir schon im I. Rande §.329 bemerkten; eine jedeGattung hat ihre eigene Festigkeit, und eben so weicht das Eisen aus dein ei.ien und demandern Hochofen von einander ab. Wir glauben daher, dass man in jedem praktischenFalle sich unserer im I. Bande §. 308 aufgestellten Gleichung zur Bestimmung der Starkeeines gusseisernen Wellzapfens zu bedienen, und hierin für den Bruchkoeffizienten m ent-weder den, aus der Erfahrung von Poda abgeleiteten, oder einen anderen aus Erfahrun-gen entnommenen Werth anzuuehmen habe. Da bei den Versuchen von Iiuchmmn dieLänge der Zapfen nicht angegeben ist, so wird auch eine genaue Vergleichung derselbenmit der Schemnilzer Erfahrung nicht möglich.

§ s.

Die Stärke geschmiedeter Zapfen sollte gleichfalls nicht aus der Gleichungfür den Bruch, sondern aus jener für die Biegung des Schmiedeisens bestimmt werden.lluehanan führt §.162 seines Werkes an, dass seinen. Versuchen zu Folge gusseiserne undgeschmiedete Zapfen von gleicher Stärke, ohne Biegung Gewichte tragen können, welchesich wie 9:14 verhalten. Hieraus leitet er die Regel ab, dass man in jedem Falle zuerstden Durchmesser x eines gusseisernen Zapfens für die gegebene Belastung suchen undsodann aus der Proporzion 14: \ 39: y 3 den Durchmesser des schmiedeisernen Zapfens

5 ' =Ji Vnx berechnen solle. Aus den §. 327 und 329 im I. Bande angefüiirten

Versuchen von Trcdgold geht hervor, dass die Gewichte, welche Barren von gleichenDimensionen aus Guss - und Schmiedeisen verfertigt, tragen können, sich wie die Zahlen1065:1442 = 9:12,2 verhalten. Aus unsern eigenen, im I. Bande im Detail angegebenenVersuchen hierüber ergibt sich das Verhältniss 94741:184036 = 9:17,5, wovon die Ur-sache wohl darin liegt, weil unser, mit Verwendung von Holzkohlen erzeugtes Anlaufei-sen weit mehr Festigkeit als daB englische aus grösseren Massen gew alzte Stabe:sen besitzt.

Wollten wir die Stärke schmiedeiserner Zapfen für N. Oe. Maass und Gewicht nachunsern^ Verhältnisse 9:17,5 berechnen, so haben wir

2 x \/ 7^ ~l,u\/ -= 0,ss9\/P. Nachstehende Tabelle enthält die hiernach

V 17,5

berechneten Stärken gusseiserner und schmiedeiserner Zapfen für einige Gewichte P derWasserräder.

Gewicht desWasserrades

P

Durchmesser des Wellzapfens von

Gusseisen

x=i,ii Vp

Scluniedeiseny=:0,839^/ P

N. Oe. Zentner

N. Oe.

Zolle

25

3,25

2,60

50

4,09

3 ; 23

100

5,13

4,13

200

6,49

5,20

309

7,43

5,9*

409

8,18

6,55

500

8,31

7,0«

600

9,3«

7,50