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3 (1834) Beschreibung und Berechnung grösserer Maschinenanlagen, vorzüglich jener, welche bey dem Bau- Berg- und Hüttenwesen vorkommen / von Franz Anton Ritter von Gerstner
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VL Kapitel .

Schöpfräder und Kastelwerke; Bewässerung der

Grundstücke.

§. 131 .

Die Bewässerung der Grundstücke ist für die Kultur des Bodens von so hoher Wich-tigkeit , dass rnan bereits vor mehreren Jahrhunderten den Gebrauch der Räder kannte ,welche in Flüsse gestellt, das Wasser in ein hoher liegendes Behältniss hoben, von woaus es mittelst Rinnen, die man auf Gerüsten fortführte, den Grundstücken zugeleitet undselbe damit bew'ässert wurden. Solche Wa s s er s ch öp fr ä d e r (lloues a godets) werdenan ihrer Peripherie, gewöhnlich an der Aussenseife des Radkranzes mit Kästen oder Eimernversehen, in welche das Wasser von der Oberfläche des Flusses geschöpft, und durchdie Kraft des fliessenden, an die Schaufeln des unterschlächtig gebauten Rades stossen-den Wassers bis zu dem Fangtroge oder Behälter gehoben wird.

Die Hubshöhe richtet sich in diesen Fällen nach der höhern oder niedrigem Lageder zu bewässernden Grundstücke; sie beträgt meistens nur 15 bis 20Fuss, jedoch manch-mal auch 40 bis 50 Fuss. Herr Professor Biisvh gibt in seinem Versuch einer Mathematik,2. Theil, Seite 347 die Beschreibung eines in Bremen gebrauchten Wasserschöpfrades ,wobei das Wasser mittelst 16 Kästen auf eine Höhe von 40 Fuss gehoben wird. In Böh­ men finden sich vorzüglich in den Gebirgsgegenden viele solche Schöpfräder vor, welchedas Wasser aus den Bächen auf die zunächst liegenden Grundstücke mittelst hölzernerRinnen, die auf Gerüsten fortgeführt werden, leiten, und in der That wird das Erträgnissdieser Wiesen durch ihre fortwährende Bewässerung so vermehrt', dass die ohnehin armeGebirgsbevölkerung ohne diesem mechanischen Mittel den geringen, zu ihrer Erhaltungerforderlichen Viehstand nicht zu ernähren im Stande wäre. Diese Schöpfräder sind gtj-Fig. Wohnlich leicht gebaut, nämlich Staber- oder Strauberräder, wie Fig. b, Tab 85 zeigt;Tab.^ r ® au kommt jenem der Prager Mühlenräder, wovon wir im II. Bande umständlich ge-85. handelt haben, am nächsten.

Allein nicht bloss in Böhmen , sondern in allen Ländern, wo die Kultur des Bodensnur einige Fortschritte gemacht hat, finden sich solche Wasserschöpfräder an den Flüs-sen; sie sind in vielen ökonomischen und mathematischen Schriften, wovon wir hier nurdie ältern von Beupold und Belidor erwähnen wollen, beschrieben, haben jedoch inder Ausführung einen ungleichen, nicht immer entsprechenden Erfolg geleistet. Es wirddemnach hier nothwendig, die Grundsätze für ihre Anlage aufzustellen.