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Beschreibung des Paternosterwerkes.
Die ledernen Scheiben (Rondelets de cuir} müssen etwas kleiner seyn, als die Fi^.innere Weite des Standrohres, weil sonst eine zu bedeutende Reibung bei der Bewe- ®{ agung der Maschine und zu viele Reparaturen derselben veranlasst würden. Die Entfer-,^nung einer Scheibe von der andern beträgt gewöhnlich den 6 bis 8fachen Durchmesser des 84.Standrohres ; wenn also dessen Bohröffnung 5 Zoll ist, so wird eine Scheibe von der an-dern auf 30 bis 40 Zoll Entfernung gestellt. Die Bewegung der Scheiben muss immer soerfolgen, dass die eiserne Platte ef im Rohre nach oben, der hölzerne Schaft a abernach unten zu stehen komme.
Am obern Ende des Standrohres werden in schiefer Richtung 2 Bohlen E,E ange-schraubt, und an denselben eine G ab e 1 w a 1 ze F ( Roue a herisson') angebracht; dieselbeliegt in eisernen Pfannen, und wird mittelstBändern in Charnieren in ihrer Lage festge-halten. An dieser Gabelwalze sind jederseits Kurbeln vorhanden, woran die Arbeiter,die auf einem eigenen Gerüste stehen, wirken. Durch die Umdrehung der Kurbeln wer-den die Kettenglieder mittelst der Gabeln ergriffen , die Scheiben in dem Standrohre auf-wärts gezogen, hierdurch das Wasser geschöpft, und so bis zum Abflussrohre Dgehoben. Es leuchtet ein , dass die eiserne Achse der Gabelwalze so gestellt werdenmuss , damit die Kette innerhalb und ober dem Standrohre genau einerlei Richtung er-halte , ferner müssen die Gabeln so eingerichtet werden , dass die Scheiben Btets zwi-schen dieselben zu liegen kommen. Damit aber die Kette mit den Kolben an ihrem unternEnde leichter in das Standrohr eintrete, wird daselbst eine zweite Gabelwalze G , odereine geriefte, eiserne Walze, die in der Mitte schwächer als an beiden Enden ist, an denBohlen C,B befestigt.
Diese Maschine hatte in ihrem ursprünglichen Zustande ausgestopfteBälle, den Glie-dern eines Rosenkranzes ähnlich, woher auch der Nähme Paternosterwerk rührt; da sichdiese Bälle jedoch zu bald abnützen , so wurden statt derselben lederne Scheiben ange-wendet und die Maschine Scheib enkuns t, auch Puschel werk genannt, doch wirdsie häufig auch noch mit dem ursprünglichen Nahmen Paternosterwerk bezeichnet.
Der kleine Raum , welchen eine solche Maschine einnimmt, gibt ihr einen bedeu-tenden Vorzug vor dem Schaufelwerke , die Wasserschöpfung geht mit derselben so wiebei dem Schaufelwerke ununterbrochen fort, allein sie verursacht eine sehr bedeutendeReibung, wenn die Scheiben genau passen, und ist diess nicht der Fall, so geht wiederviel Wasser, vorzüglich bei einer grösseren Hubshöhe verloren.
§. 127 .
Es sey die Höhe, auf welche das AVasser mittelst eines Paternosterwerkes gehobenwerden soll, oder die Differenz der zwei Wasserspiegel = H, die Querschnittsfläche desSteigrohres = f und die Entfernung zweier Kolben von einander = E, der kubische Inhalteines Kolbens sammt dem zugehörigen Kettenslücke aber=k'. Nehmen wir an, dass dieKolben in dem Steigrohre genau anschliessen, so wird auch ihre Querschnittsflä-che=f, folglich die zwischen zweiKolben vorhandene Wassermenge f. E— k'und dasGewicht derselben = 56,4 (f. E — k') seyn. Ist die Anzahl der Kolben, welche sich in demSteigrohre befinden =rn, demnach n. E = II, so haben wir das GeXvicht der Wasser-