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Vorrichtung zur Wassermessung in der Lombardie,
§. 148 .
Diese Beschreibung erklärt hinlänglich die Vorrichtnng, mittelst welcher ans den FigLombardischen JVavigli die Wässer in einer bestimmten oder festgesetzten Quantität abge- un( ileitet werden. Wird nämlich die hölzerne Schutze zwischen den Säulen at aufgezogen,so stürzt das Wasser in den Raum des gedeckten Kanales mit einer Geschwindigkeit, die 83.der Höhe desselben im Kanäle entspricht, es wird aber in seiner Bewegung durch dieStu-ffe h g oder schiefe Fläche tg von 8 Oncie (=h g) Höhe gehemmt; es muss sich alsoerhöhen , um aus der Oeffnung des modulo ausströmen zu können. Nachdem Bich dasWasser so weit erhöht hat, bis es den bedeckten Kanal bis an den todten Himmel cdausfüllt, so bleibt innerhalb dieses Kanales kein leerer Raum und Zutritt für die äussereLuft ; es kann aber auch keine unruhige Bewegung in dem auf diese Art abgeschlossenenWasser eintreten ; dem letztem bleibt daher kein anderer Raum sich zu erheben , als inder schmalen Oeffnung b.
•Wir sehen hieraus, dass das Wasser sich nothwendig über die Schwelle und in demRaume b um 14 Oncie erheben und die zugehörige Wassermenge durch die Mündung fgausfliessen müsse, indem der lichte Raum des modulo mit 2 Oncie Druckhöhe bedecktist; es liegt nämlich der untere Rand g des modulo um 8 Oncie höher als die Schwelle t,die lichte Höhe gf der Oeffnung dieses modulo beträgt 4 Oncie , und 2 Oncie der Was-serstand ( bat teufe ) ober derselben.
Man begreift nun sehr leicht die Art, wie man eine solche Vorrichtung braucht, undwie durch die Mündung fg immer die gehörige Wassermenge fliegst, das Wasser im JVa -viglio mag sich um wie viel immer erhöhen. Steht nämlich das Wasser in dem letztemnur 14 Oncie hoch über der Schwelle, so zieht man die Schütze zwischen den Säulenat auf und lässt die Mündung ganz offen. Ist jedoch das Wasser im JVavigliO höher, solässt man diese Schütze so weit herab, bis der Wasserspiegel hinter derselben in b nurwieder 14 Oncie Höhe hat. Auf diese Art erniedrigt oder erhöht man die Schütze beidem Steigen oder Fallen des Wassers im JVaviglio, so dass immer nur ein Wasserstand von14 Oncie bei b vorhanden ist. Diese praktische Operazion lässt sich ohne Anstand mit dergehörigen Genauigkeit vornehmen. Die Wassermenge, welche durch den modulo flieset,wird dann in allen Fällen'gleich seyn, den einzigen Fall ausgenommen, wo das Wasserim JVaviglio nicht 14 Oncie hoch steht, wo man also auch bei dem völligen Aufziehen derSchütze nicht die hinreichende Druckhöhe erhält; die'ss kann bei anhaltender Trockniss,wo die Zuflüsse in die JVavigli sich verringern, allenfalls eintreten, ist aber bei den Lom-bardischen JVavigli aus den bereits angeführten Ursachen nur selten der Fall.
W r ir bemerken noch zum Ueberflusse, dass der Zweck der Decke oder des todtenHimmels cd darin besteht, die Wellenbewegung des Wassers vor dem modulo zu hem-men und da der ganze Raum tnfg von allen 4 Seiten geschlossen und frei von Luft ist,so muss auf diese Art eine Wasserdruckhöhe entstehen, die jener des stillstehendenWassers möglichst nahe kommt.
Zum Aufziehen und Herablassen der Schützen sind in der Lombardie eigene Aufseher(custodi) aufgestellt, deren ganzes Geschäft übrigens darin besteht, zu wachen, dass dieWasserhöhe hinter «1er Schütze bei b jederzeit genau 14 Oncie betrage.
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