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3 (1834) Beschreibung und Berechnung grösserer Maschinenanlagen, vorzüglich jener, welche bey dem Bau- Berg- und Hüttenwesen vorkommen / von Franz Anton Ritter von Gerstner
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JjPassersehnccke mit gekrümmten Uretern.

§. 158 .

Hat man eine Schnecke mit gewundenen oder g e k m mt e n, genau aneinander pas-senden Bretern zu verfertigen, die also in einer ununterbrochenen Schneckenlinie um dieSpindel herumlaufen sollen, so ist das Verfahren etwas schwieriger. Es sey ilieDicke derSpindel 2r=8Zoll, die Breite eines Schneckenganges =8 Zoll, demnach der äussereDurchmesser der Schneckenwindung =24 Zoll; eine Windung steige in der ganzen Peri-pherie um 10 Zoll und sie solle aus 15 Bretern gebildet werden.

Hiernach wird die Aufsteigung eines Bretes oder einer Schaufel = 10 / 1S 'Zoll = *4 Zollund die Breite eines Bretes am äussern Umfange der Gewinde, in der projizirten Grund-fläche der Spindel gemessen =/ 7 . J4 /is Zoll=5,o3 Zoll, diese Breite aber an der Spindelgemessen nur . 8 /, s Zoll = 1,6S Zoll seyn. Man trage nun 5,03 Zoll = ab auf und errichte

Tab. i n b die Höhe bc='/ 3 Zoll , so wird offenbar ac die Breite des Schaufelbretes am äusse-80

ren Gewindumfange, jedoch in der 1 schiefen Richtung der Schneckenlinie gemessen seyn*und der Winkel cab stellt die Neigung des äusseren Umfanges der Schaufelbreter gegenden Horizont vor. Theilt man ab in3Theile oder nimmt a d=V 3 ab:=l,68 Zoll und errich-tet in d das Perpendikel de = bc = 2 4 Zoll, so ist wieder ae die Breite des Schaufelbre-tes am Umfange der Spindel, in der Krümmung der Schneckenlinie gemessen^ und derWinkel ead bezeichnet die Aufsteigung der Schnecke und der Breter an der Spindel.

Man verzeichne nun auf einem Brete mit dem Halbmesser f a = 12 Zoll einen Bogenund nehme ab eben so gross als in der vorigen Figur, oder =5,03 Zoll; eben so ver-zeichne man mit dem Halbmesser der Spindel fa' = 4Zoll den Bogen a'd und mache ihn= ad in der vorigen Figur = 1,es Zoll, so ist ab da' die Grösse eines Schaufelbretes,welches hiernach ausgearbeitet werden kann. Soll die Stärke desselben, wenn es bereitsausgearbeitet ist = l Zoll seyn, so müssen *4 + i = l 2 4 starke Bohlen genommen werden,indem man von b die Grösse b c = % Zoll der vorigen Figur und von 1 ebenfalls lk= 2 / 3Zoll auftragen muss und dann noch die kommende Stärke cm=ak=:l Zoll übrig zubleiben hat. Auf gleiche Art trage man in d die Grösse de der vorigen Fig. =% Zollhinab und in h dasselbe Maass von % Zoll nach g hinauf; es bleibt also wieder ei=a'g = iZoll übrig. Zieht man nun die Bogen ac, km, a'e, gi mit einem Fischbeinlineal, solassen sich die zwei Pyramiden oder Keile acbdea' und mlk gih abarbeifen, und esF gf bleibt nur die Lehrschaufel acea'gkmi übrig, nach welcher die Bearbeitung derübrigen Schaufeln vorgenommen werden kann. Da aber die Länge a / azr:db=:8 Zoll nurdie Länge des hervorstehenden Stückes der Schaufel über der Spindel bezeichnet, dieSchaufeln aber beiläufig 1*4 Zoll in die Spindel eingesetzt werden, so muss der Halb-messer fa' (Fig. 4) um eben so viel kürzer genommen und dann die Nuth der Spindeln ebenso tief undi Zoll breit ausgearbeitet werden; diese Nuth bildet aber hier keine Absätzewie bei der vorigen Konstrukzion , sondern läuft in einer ununterbrochenen Schneckenli-nie um die Spindel herum. Es leuchtet nun von selbst ein , wie die andern Gewinde umdie Spindel herumlaufend hergestellt werden. -

Soll eine Schnecke zwei Gänge erhalten, so muss das zweite Gewinde um 180°von dem ersten in der Grundfläche der Spindel abstehen, und es jläuft dann ein Gewindezwischen dem andern in gleichem Abstande herum. Erhält die Schnecke drei Ge-winde, so stehen selbe um 120 Grade von einander ab.