Buch 
Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
Entstehung
Seite
8
JPEG-Download
 

z k. Abschnitt. Von der Nothwendigkeit

lernet. Denn wenn die oberste Gewalt diesen nachtheirligen Handel verbieten wollte; so würde dieselbe ihreUnterthanen einer Bequemlichkeit des Lebens und folg-lich einer Elückseesigkeit berauben, die man einmal hatkennen lernen, und nach welcher das Verlangen, ohn«geachtet des Verbothes, immer fyrkdauren wird.

Alle durch Man siehet leicht, baß es hier gar nicht darauf an«hcit und Le! kommt, ob eine durch die Kunst hervorgebrachte Waare^fu!i!kcn"' wirklich zurNothdurft des Lebens erfordert wird, oderW.ciren sind nicht, Es ist genug, wenn sie die Gewohnheit und

nolywesikig einmal eingeführet hat und die Bequemlich-

keiten des Lebens dadurch vermehret werden. Ja es isthier nicht einmal die Frage, ob eine wahre Bequem«sichtest des Lebens dadurch erreichet wird, oder ob bloßeine eingebildete Bequemlichkeit oder vielmehr eine An-nehmlichkeit des Lebens darauf beruhet. Auch die bloßzur Ueppigkeit und Verschwendung dienlichen Waarenwerden in gewissen Betracht allemal nothwendig, sohalb wir diese Ueppigkeit und Verschwendung durchden Umgang mit andern Völkern haben kennen ler-nen. Wenn die oberste Gewalt eine solche Waare derUeppigkeit und Verschwendung verbietet; so entziehetsie ihren Unterthanen ein Mittel zu ihrer Glückseligkeit;indem bey der Glückseligkeit fast alles auf die Einbil-dung und die Befriedigung unserer Wünsche ankommt.Diejenigen, welche sich den Ueberssuß verschaffen kön-nen, werden allemal mißvergnügt seyn, daß sie eineSache entbehren müssen, die sie unter die Annehmlich-keiten