z8 H- Abthek!. I. Abschn. I. Hauptst.
französischen Tücher haben, außer den Farben undder Zubereitung, gar nichts vorzügliches. In allenandern Eigenschaften stehen sie den englischen undholländischen weit nach. Dennoch haben ihnen ihreschönen und dauerhaftigcn Farben einen großen aus-wärtigen Debit und so gar den Vorzug des Absatzesvor den englischen in der Türkey verursachetDiese vorzügliche Eigenschaft schöner und dauerhaftigerFarben haben die Franzosen der unermüdeten Sorg-falt des Herrn ColbertS zu danken, welcher zwey Aca-demisten zu Paris hierinnen beständige Versuche ma-chen ließ, und, was sie nützliches heraus brachten,den Färbern in den Reglements vorschrieb. Ebendiese Sorgfalt und Versuche sind bis hierher ununter-brochen fortgesetzet worden; und dieses Beyspiel be-weiset sehr überzeugend, daß ein Staat allemal in sol-chen Anstalten seinen Endzweck erreichen kann, wenner eine ««ermüdete Aufmerksamkeit und Sorgfalt dar-auf verwendet. Da die französischen publicirten Fär-bereyreglementS allen andern Völkern die guten Grund-sätze der Färberey beygebracht haben: so sind wir nichtdie letztem gewesen, uns solche zu Nutze zu machen.Die teutschen Farbereyen sind so gut beschaffen, als
sie
*) Es ist wahr, daß die französischen Tücher die englischenin der Levanre verdränget haben; aber die hohen Farben,welche die orientalischen Völker freylich lieben, machennicht die einzige Ursache aus. Die Engcllander haben esdarinn versehen, daß sie die Tücher für die Levante ebenso wollreich, dicht und stark, als für die nördlichen Län-der, verfertigt haben. Die Franzosen hingegen boten denTürken leichtere Tücher, die ihnen bequemer waren.