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Von den Tuchmamifactumi.
sie ,'n Engclland und Holland, ja selbst in Frankreichsind *); und wir würden es hierinnen »och viel weiterbringen, wenn die Academien der Wissenschaften inTeutschland sich mit diesem wichtigen Gegenstände derManufakturen beschöfftigen wollten **). Von dieserSeite stehet also der Vollkommenheit unserer Manu-fakturen gar nichts im Wege.
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*) Daran zweifle icb sehr. Unsere Färber sind theils zuunwissend in den Grundsätzen ihrer Kunst, die vieleKenntniß der Naturlehrc und Chymie verlangt, theilssind sie zu arm, als daß sie selbst neue Versuche wagenund zuverläßig vorcheilhafte Entdeckungen nutzen könn-ten; sie bleiben asso meistens bey ihren alten Recepten.Die Manufacturisten und Verleger, für die unsere Fär-ber arbeiten müssen, haben inzwischen auch Schuld, daßdiese nicht einmal so gute Farben liefern, als sie liefernkönnten. Jene dringen aus nichts mehr, als auf Wohl-feilheit, und liefern den Färbern sehr vst Wolle und Tü-cher, welche nicht so völlig gereinigt sind, daß sie die fein-sten Farben gehörig annehme» können.
**) Dieser Vorwurf trifft die teutschen Akademien der Wis-senschaften jetzt nicht mehr. Sie haben, ohne solch» Unter-stützung als die pariser hat, manche vorthcilhafte Versucheund Entdeckungen in ihren Schriften bekannt gemacht;aber es ist nicht ihre Schuld, daß solche in Tcntschlandnoch nicht genutzt werden. Einige Ursachen davon habeich in der vorhergehenden Anmerkung angezeigt. Gewißist es, daß Engellander, Franzosen und Holländer gemei-niglich ftüher die teutschen Erfindungen nutzen, als selbstder teutsche Künstler. Erst nachdem sie von den Auslän-dern in ihre Werkstellen eingeführet, und eine Zeitlangallein genutzt sind, erfährt sie der teutsche Handwerker,und fängt denn endlich auch an, sie zu benutzen. DiesenUmweg teutscher Erfindungen könnte ich durch, verschiede,nc Beyspiele beweisen,