Von Cattunmanufacturen. iz/
das Cattundrucken vollkommen verstehen, und alleEinrichtungen und Anstalten dazu an die Hand gebenkönnen, wenn man ihnen einen guten Gehalt reichet,oder sonst ein gut Etablissement macht. Als man diegroße Cattunfabrik auf der Schwechat bey Wien an-legte, so hat man zu Einrichtung des Druckereywesenseinen gewissen Schuhmacher aus Hamburg kommenlassen, der ein sehr fähiger und munterer Kopf war,und das ganze weitläuftige Druckereywesen eingerichtethatte, und in der Direction desselben bis an sein En-de aushielt, ohngeachtet er wegen seiner lutherischenReligion mancherley Verfolgungen auszustehen hakte;wie er mir denn einSmalS sechzehn Bogen Orauumi-nu gewiesen hat, welche der Cardinal Kolonitsch widerdie vermeynten lutherischen Ketzer auf der Schwechat,und das daraus vor die andächtigen katholischen Chri-sten entstehende Aergerniß, eingegeben hak. Alleinzwey tausend Gulden jährlicher Gehalt und ein kai-serlich königlich Decret auf dreyhundcrt Gulden Pen-sion nach seinem Tode vor seine Witwe, waren immerkräftig genug, ihn von einer Veränderung abzuhalten.Wenn auch ein solcher Direckor des Druckerwesens nichtalle und jede Farben vollkommen schön und dauerhaftigwissen sollte, so läßt sich auch hierzu leicht Rath schaffen.Eben dieser Umstand hatte sich bey der schwechatischenCattunfabrik ereignet. Herr Schuhmacher wußtevier Farben nicht genugsam dauerhaftig zu macheu,die zwar keine Hauptfarben waren, aber dennoch zu-weilen bey den feinen Zitsen erfordert wurden. HerrEchuhmacher nach seinem freymüthigen Character ge-
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