iz8 II. Abtheilung. IV. Abschnitt.
Land im Sommer so viel Warme, als dazu nöthig ist.Nun ist es zwar wahr, daß in den nördlichen Lämdem eher auch im Sommer eine Kalte einfallen kann,als in wärmern. Allein die Seidenwürmer erfordernnichts weniger, als eine große HiHe. Sie sind selbstüberaus kalter Natur; und die Furcht vor der Kalteist gewiß die geringste, die man bey ihrer Wartunghegen darf, wie wir bald in mehrern zeigen werden.Daß aber die Seidenwürmer überaus kalter Natursind, überzeuget uns schon das Gefühl. Wenn mansie mit bloßen Handen angreift; so empfindet man einesehr merkliche Kälte. Diese Kalke entstehet nicht et-wa» von derKühle der Witterung: sie ist ihnen wesent-lich eigen. Die größte Sommerhitze macht hierinnenkeine Veränderung. Ihre Kälte wird vielmehr als-denn immer empfindlicher. Man kann hieraus billigvermuthen, daß ein Wurm von so kalter Natur inAbsicht auf die Kälte nicht eben sehr zärtlich seyn müsse,und daß mithin nicht zu befürchten sey, daß ein gemäs-figtes Clima seinem Leben gefährlich, oder wenigstenseiner nutzbaren Zucht nachrheilig seyn werde.
Sie leben Diese Vermuthung wird allerdings durch die Er-
^rüßnn^' s^'ung bestärkt. Ein sehr starker Grad der Kälte ist
Kälte. "icht vermögend einen Seidenwurm zu todten. DerGrad o an dem fahreuheitischen Thermometer, der aufkine gekünstelte Art durch Schnee oder Eis, mitSalpeter vermischt, hervorgebracht wird, ist gewißein sehr hoher Grad der Kalte. Man hat ehedem ge-zweifelt,
*) mit Salmiak.