Von den Seidenmanufacluren. i6z
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wird sich bey uns nur selten ereignen, daß wir zuAusgang des Julius, oder im Anfange des Augusts eineHitze auf den ein bis zwey und zwanzigsten Grad ha-ben sollten. Wenn es aber auch geschiehet; so ereig-net es sich doch gewiß viel seltener, als in den mehrtnach Süden gelegnen Landern.
In der Zeit zwischen dem Ausbrüten und Ein- Die großespinnen ist zwar eine größere Hitze den Seidenwürmernnicht eben tödtlich. Unterdessen ist sie ihnen doch alle- den Wnr-mal schädlich. So bald die Hitze aus den ein bis zwey wemund zwanzigsten Grad stehet, und eine Zeit lang an-hält; so werden die Würmer gar bald von Krankhei-ten angegriffen werden; besonders, wenn eine solche Hi-tze zwischen der dritten und vierten Häutung einfallt.
Diese Krankheiten, wen» man nicht Hülfsmittel dar-wider ausfindig zu machen weiß, werden ganze Zimmertvoll himvegraffen, und die Hoffnung, worauf man sieernähret hat, wird gänzlich vernichtet werden. Die-jenigen aber, so mit dem Leben davon kommen, werdennur ein schlechtes und schlotterichtes Gespinnst machen.
Es bedarf keiner weitlauftigen Ausführung, daß wir inunserm Himmelsstriche diesen Folgen viel weniger, alssüdlichere Lander, ausgesetzet sind. Eine anhaltendeHitze von diesen Graden ist bey uns viel seltener.
Ueberhaupt, da die Seidenwürmer keinen hohen An'kälternGrad der Hitze erfordern, da ihnen ein hoher Gradder Hitze vielmehr höchsischadlich ist, und da sie am jhnc,, denbesten gedeihen, wenn sie in einem mäßigen Grade der rechten
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