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Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
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164
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Grad derDärmedurch dasEinheizengeben.

In heißenLändernlaßt sicheine große

164 U. Abtheilung. IV. Abschnitt.

Wärme, nämlich in dein achtzehnten des reaumun-schen Thermometers, von ihrem Ausbrüten an bis zumEinspinnen, so viel möglich, gleichmäßig erhalten wer.den; so siehet man leicht, daß die kältern Länder vorden heißem in der Seidemvürmerzucht einen beträchtli-chen Vorzug haben. Wenn in solchen kältern Länderndie natürliche Sommerwärme nicht auf dem achtzehn-ten Grad ist, so kann man diesen Grad durch das Ein-heizen verschaffen. Man kann in dem Zimmer, ineiner mittlern Entfernung von dem Ofen, ein Thermo-meter aufstellen, und von Zeit zu Zeit dergestalt mäßigeinheizen, daß dieser Grad der Wärme beständig er-halten wird, Dieses Einheizen wird sofort unter-lassen, wenn die natürliche Sommerwärme den gedach-ten achtzehnten Grad erreichet hat, als zu welchem En-de man noch ein besonderes Thermometer in der freyenLuft haben muß; und auf diese Art wird die Seiden-würmerzucht auf das vortrefflichste ausschlagen. Ichhabe selbst den Nutzen davon 1751 in Wien erfahren-Würmer aus einerley Saamen, und welche man initden meinigen aus einen Tag hatte auSkriechen lassen,bey welchen man sich aber des EinheizenS nicht bediennet hatte, brachten nicht allein über vierzehn Tagelanger zu, ehe sie sich einspannen; sondern man erhieltauch von eben so viel Saamen um die Halste wenigerCocons, als ich von dem meinigen gewann-

Man hak in den heißem Landern, wenn die natür-liche Sommerwärme den achtzehnten Grad übersteiget,nicht eben diesen Vortheil- Man muß die Sommer.

Hitze