Buch 
Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
Entstehung
Seite
172
JPEG-Download
 

,72 II. Abtheilutlg. IV. Abschnitt.

aufbringt, bey sich einführen; und dawider werdenkeine Verbote wirksam genug seyn; sondern es wirdauch überhaupt allen Waaren derjenigen Nation, vonweicheres die Moden annimmt, einen weit vorzüglichernWerth, als seinen landeöwaarcn, beylegen. Denn dasist ein mit Annehmung der Moden genau verknüpfterUmstand; indem man schwerlich einem Volke einen sogroßen Vorzug zugestehen kann, als derjenige ist, wennman besten Moden annimmt, wenn man nicht seinenWitz, Erfindungskraft, Geschicklichkeit, und mithin alledessen Waaren hoch schätzet. In Ansehung derSciden-manufacturwaaren aber, die zu Modeklcidern gebrauchtwerden, ist es eine natürliche Folge, daß sie, so baldman die Mode einer andern Nation annimmt, allemalviel höher geschahet werden, als die Landeswaaren voneben dieser Art. Ein Volk also, welches von einemandern die Moden annimmt, muß natürlicher Weisediesem Volke viel Geld zuwenden; und es ist kein sichererTrjbuk, den eine Nation andern Völkern auflegen kann,als wenn sie es dahin bringet, daß sie die Universal-monarchie in den Moden erlanget. Die Erfahrunghat auch alles dieses zeither in Ansehung Frankreichsgenugsam gezeiget. Unterdessen ist es unbegreiflich,wie sich andre Völker der Herrschaft einer andern Na-tion in der Mode so willig untewerfen können; da sonstein jedes Volk von sich selbst eine hohe Einbildung zuhaben pflegt. Durch die Annehmung der Moden abervon einer andern Nation giebt es offenbar zu erkennen,daß es sich nicht einmal so viel Geschicklichkeit zutraut,solche unaussprechliche K leinigkeiten, als die Moden sind,