,98 II-Abtheil. IV.Abschn. Hl.Hauptst.
auf die Verfertigung dieses Zeuges geleget hat; so ister in Holland, Teutschland und dein Norden von die-ser Stadt benennet worden. Es ist aber der Grosde Tours ein einförmiges Gewebe, das nur mit zweySchemeln vollkommen, wie ieinwand, gcwebet wird,nur mit dem Unterschied, daß der Eintrag allemalaus gezwirnter viel gröberer Seide bestehet, als dieKette, Daher pflegt man auch die Starke des Grosde Tours darnach zu unterscheiden, aus wie viel Fadender Einschlag zusammen gesehet worden; dergestalt,daß man sie zehndraht, achcdraht, fechsdraht unddergleichen nennet, Nachdem diese Art Zeuge einmalbeliebt worden; so hat man eine Menge Veränderun-gen darinnen gemacht. Man hat sie spiegelicht, des-gleichen, daß sie auf der einen Seide gekreuzt sind,nach Art einer Sarsche, die stark zu Unterfuttern ge-braucht werden, und dergleichen mehr, welche zu be-schreiben uns zu sehr aufhalten würde. Man ver-fertiget sie auch, daß der Einschlag leinen ist, diehalb Gros de Tours genennet werden, und welche dieReglements allemal durch eine größere Breite von denachten unterscheiden sollten. Diese Manufactur, diegar keine Kunst erfordert, wird allenthalben, woSeidenmanufarturcn sind, gcwebet; und man machtsie in Berlin, Leipzig, Wien und andern Städ-ten TeutschlandeS, so schön und tüchtig, als inFrankreich und Italien.
Mohr oder Moör^ist ein seidener Zeug, der voll-kommen auf Gros/Ve Tyurs-Art gcwebet, allein nicht
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