Von glatten seidenen Zeugen. 199
so stark von Fäden nnd viel dichter gewebet ist. Daich die geblümten Moore schon in dem vorhergehendenHauptstück erwähnet habe; so sind hier noch zweyHaupt.arten zu bemerken; der glatte, ungewässerte Moor,nnd der gewasserte. Die sogenannte Wasserung desMoores ist ein Schatten, welchen der Moor auf sei.ner Oberfläche, gleichsam als kleine Welken oder Was.serwogen, wirst, welcher daher entstehet, daß der feuchteZeug auf einer großen Mandel geroklet wird, derenkupferne oder meßingene Welle auf ihrer Oberflächedergleichen Figuren, wie Wasserwegen, eingegrabenhat. Der gewässerte Moor ist viel gewöhnlicher, alsder ungewasserte; daher sich viele einbilden, daß dieWässerung das wesentliche Kennzeichen des Mooresist, welches aber sich nicht also befindet. Man hakauch hier viele Veränderungen ersonnen, um durchneue Arten die Käufer an sich zu ziehen. Man hatgold- und silberne Moore, in welchen der Einschlag ab.wechselnd aus einem Faden Gold oder Silber, undaus einem oder zwey Fäden Seide bestehet. Diese Artenvon Mooren, sowohl gewässert als angewässert, fallensehr gut in das Augk Man hak auch halbseideneMoore, davon derEmfchlag aus Ziegenhaaren, Wolle,Baumwolle, oder keinem Garne bestehen kann ; davondie mir Ziegenhaare am schönsten aussehen und denseidenen fast nicht nachgeben. Nach den königli-chen französischen Manufackurreglemenks sollen dirhalbseidenen Moore ganz andere Saalleisten haben;allein meines Erachtens sollten sie sich auch durch ein«ganz andere Breite kennbar machen. In Ansehung
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