Von Alaun - und Vitriolsiedereyen. 5
gänzlich nöthig ist, weil sich sonst der Alaun nichtcrystallisiret, geschahe ehedem allenthalben bloß mitUrin. Allein heut zu Tage hat man fast allenthalbeneine Lauge von Pott- oder Holzasche davor erwählet.Meines Erachtens.aber thut man wohl, die HälfteUrinund die HalstePott'aschenlauge zu gebrauchen, wie sol-ches in Engelland wirklich geschiehet, als wodurch derAlaun zur Färberey viel dienlicher wird, davon c6hier zu weitlauftig seyn würde, die Ursachen anzufüh-ren. Dieses Alaunmehl wird alödenn durch das Sie-den mit reinem Wasser wieder aufgelöset; und nachdemdiese Lauge von ihrem Bodensalze klar geschieden wor.den, so wird sie so weit verdünstet, daß eine Hautdarauf entstehet, und ein frisch Ey darauf schwimmet.Alsdenn wird sie in die Anschießefässer geschlagen,worinnen binnen einigen Wochen der Alaun anschießet.Die übrig bleibende Lauge wird abermals bis zu demgedachten Grade verdünstet, um sie abermals anschlös-sen zu lassen, oder sie wird unter neuer Lauge mitverbrauchet. Es waren bey dem Niederschlage desAlauns viele physikalische Anmerkungen zu machen,die wir aber, um Weitlauftigkeit zu vermeiden, undda dieses hier nicht unser Endzweck ist, unterlassenmüssen *).
2i ; Das
*) Auch kommen bey den Alaunsiedereyen vlelerley Verschie-denheiten vor. Diejenigen, welche solche zu wissen ver-langen, werden sich schon mit der Mineralogie und Che-mie bekannt gemacht haben, und also auch die gründlich,sie« Schriften darüber aufzusuchen verstehen.