Wie derGrünspanin Frank-reich ver-fertigetwird.
570 III. Abtheil. V. Abschn. V. Haupst.
sehr blaulichgrüne Farbe, die dem nachgekünstelten,wo nicht ganz, doch in dem behörigcn Grade fehlet;und die Anstreicher und, andere Gewerbe, welche sichdes Grünspans bedienen, verlangen also diese nachge-künstelren nicht; weil sie mit einem Pfund weiter rei-chen könmn, als mit zwey bis drey Pfund unseresteutschen Grünspans, und dennoch wird die Farbebey weitem nicht so gut. Ein guter französischerGrünspan, insonderheit wenn er znr Färberei) dien-lich fern soll, muß sich auch im Wasser, Urin, Wein,und dergleichen Flüssgkeiten vollkommen auslösen; al-lein auch hiwan fehler es gemeiniglich unserm nachge-machten Grünspan. Wenn man also in Berlin,sechzig und anvcrn großen Städten TeutschlandeS sichbemnh-t hat. Grünspan zu verfertigen; so hat sichdoch die Sache bald von selbst wieder geleget, weilder Absah ^esihlet hat; und so gerne man auch nachguten Grundsätzen den Debit dieses im lande verfer-tigten Grünspans befördern, und die Einführe desfranzösischen verbiethen wollte; so ist doch unumgäng-lich nothwendig, daß der im lande verfertigte eben dieDienste und den Nutzen leisten muß, als der fran-zösische, weil man sonst den Färbereyrn und andernGewerben Nachtheil zufügen würde.
Es ist bekannt, daß der Grünspan in Frankreichvermittelst der Weintrüstern, oder der Hülsen, dienach Auspressung des Weins übrig bleiben, gemachtwird, dergestalt, daß man diese Trüstcrn mit dünnenKupfer, und Mcßingblcchen-Abschnitzeln, Kupfer-asche und dergleichen.schichtweise versehet, Wahlschein.