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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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62 Von der Pastel- oder Waid - Küpe.

warmen Wasser mit einer Nuß groß Weinstein«Hefen zerrührten Indiz hinein. Diese gebrann-ten Wci'nstel'nhcfcn (cenärs Awvelee) enthaltenviel Laugenfalz, wie ich schoy gesagt habe. Nach-gehend-; hieng ich alle zwo Stunden einen Wach',ter hinein, rührte diese kleine Küpe, aber zugleichdergestalt, daß ich eine Stunde, nachdem ichsie gerühret hatte, den Wächter hinein hieng,der eine Stunde darinnen hieng, worauf sie vonneuem gerühret ward. So fuhr man bis aufden Abend um r v Uhr fort; die Farbe der Wäch-ter ward bey denen, die ich später hinein gehan-gen und heraus gezogen hatte, immer dunklerund dunkler; sie wurden zugleich immer lebhaf-ter, nachdem sich der Kalk, wie die Färber reden,immer mehr und mehr verzehrte.

Alsdenn hätte man sie füllen müssen, wel-ches man für nöthig hielte, weil der zuletzt her-aus gezogene Wächter so lebhaft war, daß erwies, wie die Wirkung des Kalks gcdämpfet sey,und nichts mehr thue: aber darauf hätte mangegen 2 Uhr um Mitternacht arbeiten müssen.Dieser unbequemen Stunde wegen fand ich fürbesser, die Küpe aufzuhalten. Ick versähe siealso mit Kalk, und gab ihr neue Nahrung, daßsie bis den folgenden Morgen gehen konnte. Ichthat nämlich eine halbe Unze (*) Kalk hinein,worauf man sie rührte, und eine halbe Stundedarauf den Wächter hinein hieng, der nach Ab-lauf einer Stunde herausgezogen ward, und intzer That viel blauer, als die andern war; aber

der

(*) Eine Unze ist so viel wie 2 Loth.