98 Von der warmen Indigküpe mit Harn.
lassen , und alsdcnn eben die vorige Wolle wie.der hinein thun könnte, wodurch sie mehr als dieHälfte an der Farbe steigen würde: denn da dieseWolle schon ist gefärbt, gelüftet, und aus grünblau geworden, so bekömmt sie eine schönere Far-be, als eine neue und weiße Wolle, die man raStunden in der Küpe ließe.
Man muß auch sehr aufmerksam seyn, diegefärbten Klumpen zu lüften, und blau werdenzu lassen, indem man sie aus der Küpe ziehet,und darzu viel Hände auf einmal gebrauchen,damit die Luft sie gleichförmig trift, sonst würdedie blaue Farbe nicht auf einem Theile der Wollewie auf dem andern beschaffen seyn.
Einige Arbeiter behaupten, Tücher, welchesolchergestalt mit Harn blau gefärbt wären, hät-ten sich in der Walkmühle nicht vollkommen vonder Fettigkeit reinigen lassen, andere versicherndas Gegentheil. Ich bin der letztem Meynung;wenn indeß die erstem Grund hätten, so könnteman muthmaßen, das animalische Qcl des Harnssey harzigter geworden, indem es auf der Wollegetrocknet ist, oder sich mit dem Dcle vereinigethat, damit man die Wolle, ihrer andern Zube.reitungen wegen, befeuchtet, und widerstehe da-her der Walkcrcrdc und der Seife mehr, alsein schlechtes ausgedrucktes Oet. Um diesen ab-zuhclfen, dürfte man die Wolle nur, nachdemsie gefärbt ist, ausgedruckt, gelüftet, blau ge-worden, und sich abgekühlet hak, wohl in fließen-dem Wasser waschen. Dem sey wie ihm wolle,so ziehet man allemal die Waidküpe in den gro.
ßen