102 Von der kalten Indl'gknpe ohne Harn.
Ich rieb cin halbes Pfund Indig sehr wohl,und benetzte es mit einem halben Scpncv ge-meinen Schcidcwasicr, das mit Vitriol undSalpcrcr gemacht war. Es entstund ein Auf-wallen; ich ließ es 24 Stunden so stehen, undnachdem ich, wie bey vorigem Verfahren, iPfund Kupferivasser, welches das gehörige Vcr-hältniß war, in Kalkwasser aufgelöset hatte,goß ich beyde Mengsel, eines nach dem andern,in eine Tonne, die ohngefähr 70 Pinren Fluß-wasser hielte. Ich rührte alles wohl unter ein-ander, aber den folgenden Morgen zeigte sichnichts. Ich fuhr noch zwecne Tage fort, täg-lich dreymal aufzurühren, und ließ sie noch zwee-ne Tage stehen, ohne was daran zu thun, in derMeynung, sie sey gar verdorben. Nach Ablaufdieser 4 Tage bekam die Vrühe eine röthlichteFarbe, die aber Heller war, als von der Waid-küpe; ich rührte die Vrühe nur einmal auf, undließ sie sechs Tage stehen, ohne was dabey zuthun; sie hatte cin wenig Schaum, der abersehr blaß war. Nach Ablauf der 6 Tage befandsich der Brühe Oberfläche braun, darunter aberwar es braungrün; ich rührte sie auf, und esschien mir, als hätte der Grund der Vrühe nocheine röthliche Farbe, aber der Schaum, der sicherhob, hatte eine gute Farbe, welches mir Hoff-nung machte, daß es sich wieder in guren Standsetzen würde, daß man den folgenden Morgendaraus färben könnte.
Nach Ablauf 16 Stunden that ich Baum-wolle hinein. Sie färbte sich aber sehr schwach,
und