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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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121
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Von der Art, blau zu färben. iLt

die Farbe der Ingredienzen anzunehmen, in de-ren Dccoction man ihn nacbgchcnds taucht, undvon neuem kochen läsit. Die Erfahrung hak ge-wiesen, daß die Farben oh"e diese Vorbereitungnicht feste wären, wenigstens in den meisten Fal-len; denn man muß gestehen, daß einige Jngre-Licntien feste Farben geben, ob die Zeuge wohlnicht sind zuvor bereitet worden, aber alsdenirhat das Ingredienz selbst vorbereitende Salzebey sich. Also muß man die natürlichen Zwi«schenraume der Wollfasern vermittelst dieserSalze erweitern und reinigen, die allemal einwenig ätzend sind; vielleicht eröffnet man auchdadurch neue, um die färbenden Thcilchen derIngredienzen daselbst hinein zu bringen. Ver-möge des Kochens in der Brühe werden dieseThcilchen mit wiederholten Stößen hineingetrie-ben. Die Zwischenräumchen, welche durch dieseSalze schon erweitert waren, werden durch dieWarme des kochenden Wassers noch vergrößert;sie ziehen sich nachgehendes, wenn man den Zeugaus dem Kessel nimmt, durch die äußere Kältezusammen, da man ihn alsdenn in die Luft hangt,oder in kaltes Wasser taucht, so werden alle diefärbenden Thcilchen in den Zwischenräumchen desZeuges durch die Federkraft seiner Fasern gehak-ten, dlc sich zusammengezogen, und ihre ersteSteife wieder erhalten haben, so bald sie dieKälte fühlten.

Setzt man außer dieser Federkraft der Wändeeines Zwischenräumchens noch zum voraus, daßeben diese Zwischenräumchen innerlich mit einer

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