Buch 
Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
122
JPEG-Download
 

»22 Von der Art, blau zu färben.

Schicht von der salzigten Feuchtigkeit der Brühesind überzogen worden, so wird man leichte sehen,daß dieses noch ein Mittel mehr ist, welches dieKunst gebraucht, das färbende Thcilchen zurückezu halten. Denn wenn dieses Thcilchen in dasZwischenräumchcn gedrungen ist, wahrend derZeit, da der salzige? Ucberzug noch ausgelöst,und folgends stüßig war, und wenn sich dieserUebcrzug nachgehends durch die äußere Kalte ver-härtet hat; so wird das Thcilchen sowohl durchdie schon erwähnte Federkraft, als durch diesenllcbcrzug zurücke gehalten, der hart wird, wenner zu Krystallen anschießt, und dadurch eineArt von Leime ausmacht, die das Theilchcn nichtleichte verläßt. Ist überdicß dasfärbendcTheil-chen so klein, daß die kleine Erhöhung, welchesich an dem Eingänge des ZwischenränmchenSzeigt, und ohne welche der Zeug nicht gefärbtaussehen würde, nicht weit genug hervorragt,mächtigen Stößen, als die Federkraft der Wändeund der Ucberzug, der es zurücke halt, ausgesetztzu seyn; so hat man daraus zu schließen, daßdiese Farbe, welche aus allen diesen Thcilchenentspringt, wenn sie solchergestalt zulänglich festezurück gehalten sind, ungemcin feste seyn, undzu der Classe der guten Farben gehören wird,wenn nur der salzigke Ueberzug weder durch kal-tes Wasser, wie das Mgenwasscr ist, weggenom-men, noch durch die Sonnenstralcn calcinirt undin Staub verwandelt werden kann. Denn damiteine Farbe, von was für Beschaffenheit ste auchist, feste oder gut heißt, muß sie, wie ich schon

erwähnt