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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
158
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Vom Kermes,

Kessel weg, und thut neues hinein, welchem manetwa ein Fünftheil sauer Wasser, 4 Pfund grobgestoßenen römischen Alaun, und 2 Pfund rothenWeinstein beyfüget; alles zusammen lässet mankochen, und thut sogleich die Wolle auf die Stä-be, welche ma;r daselbst zwo Stunden lang läßt,und die Packe fast beständig eines nach dem an-dern vorbeschricbcnermaßen beweget.

Wenn diese Brühe mit dem Alaun dem Ko-chen nahe ist, so erhebt sie sich bisweilen, undläuft aus dem Kessel heraus, wenn man das Ko-chen nicht durch Eingießung etwas kalten Was-sers mäßiget. Thut man die Wolle gleich hinein,indem es übersteigen will, so kühlet solche dieBrühe ebenfalls, wie kaltes Wasser, ab. DieFärber sollen auch beym Arbeiten im Großen,wenn sie diesen Zufall befürchten, barfuß seyn,denn das heiße Wasser schadet ihnen alsdennnicht so viel, als wenn es sich in den Strümpfenaufhalten könnte. Wenn die Menge Weinsteinsnur etwas beträchtlich ist, wie bey gcgenwärn-gem Verfahren, erhebt sich die Brühe solcherge-stalt nicht, aber beym Alaun allein läuft manch-mal die Hälfte über, indem es zu kochen anfängt,wofern man nicht die angezeigten Vorsichtigkei-ten braucht.

Hat die Wolle zwo Stunden lang in dieserBrühe gekocht, so nimmt man sie heraus, laßtsie auskröpfeln, und drücket sie gelinde aus, wor-auf man sie in einen Lcinwandsack thut, den manan einen kühlen Ort trägt, und daselbst 5 bis 6Tage lässet, auch wohl noch länger. Dieß heißt: