oder Venetianischen Scharlach. 167
aber diese Zimmetfarbe in eine Brühe mit römi-schen Alaun bringet, so zeigt sich ein Theil desRothen wieder, es sey nun, daß der Alaun etwasvon dem Sauern der Composition fortjaget, oderdaß die Alauncrde durch das anziehende Wesendes Kermes, welches hier die Stelle von Gall-apfeln vertritt, zu Boden gesenkt wird, und dieseErde die zerstreuten rochen Theilchcn vereinigt,und sich mit ihnen auf die Wolle legt. Doch istdas Rothe, das hierdurch wieder zum Vorscheinkömmt, nicht schön.
Mit Lrernor l'artari , Scharlachcompostti'onund mehr Alaun, als Weinstein, giebt der Ker-mes eine Farbe wie Lilas, die, nachdem mandie Jngredicnticn in anderer Verhältniß nimmt,sich ebenfalls ändert.
Nimmt man statt des Alauns und Weinsteinsschon zubereiteten lartarus virnolarus, welchesein hartes Salz ist, das aus der Vermischung desVitriolsauren mir einem feuerbeständigen Alkali,als Weinsteinöl, Potaschenlauge, u. s. f. ent-stehet , läßt man den Kermes in einer schwachenSolution dieses Salzes kochen, und taugt als-denn den Zeug hinein, ihn daselbst eine Stundeetwa kochen zu tasten, so hat man ein ziemlichschönes Agargrau, in dem sich wenig Röche zeigt,weil das Rothe des Kermes durch die Säure derComposition allzu sehr ist zertheilet worden, undder lartarus vitriolrirus die Alaunerde nicht ent-hält, und folglich diese zerstrcucten rothen Thcil-chcn beym Niedersinken nicht hat sammlcn können.
L 4 Aber