r?6 VomCochmill-Scharlache.
ich durch Aufgießung acht Unzen durchgeseihtesFlußwasscr; darinnen zerlasse ich nach und nacheine halbe Unze schönen weißen Salmiak, umein reAis daraus zu machen, weil der Sal-
petcrgcist allein, bekanntermaßen, Zinn nichtauflöset. Endlich thue ich nur zwey Gros drey.mal gereinigten Salpeter hinzu. Man könntesolchen zur Noth weglassen, aber ich habe befun-den, daß er dienet, die Farbe gleichförmiger zumachen. In diesem geschwächten Scheidewasserlasse ich eine Unze englisch Zinn (en lamss) sichauflösen, das ich zuvor auf die Art gekörnethabe, daß ich es geschmolzen von einer kleinenHöhe in ein irden Gefäß voll frisches Wasserschüttete, aber ich lasse meine kleine Zinnkörn-chen nur eines nach dem andern in das Auflä-sungsmicrel fallen, damit die ersten aufgelösetsind, ehe ich neue hinein thue, sonst würdensich rothe Dämpfe in Menge erheben, und ver-lohrcn gehen, wenn die Auflösung schnell ge-schahe.
Man muß dicke Dünste beybehalten, wieKunkel zu seiner Zeit bemerket hatte, daß sieviel zur Lebhaftigkeit der Farben beytrügen, siemögen nun entweder ein bloßes saures Wesenseyn, das alsdenn doch ganz vergebens wcggien-ge, oder ein besonders schwefclichtcs, dem Sal.peter eigenes Wesen enthalten, welches der Far-be Glanz giebet. Diese Art ist in der That vielwcitlauftigcr, als der Färber Verfahren, dieihr Scheidewasser gleich anfangs auf das gekörnteZinn gießen, und warten, bis sich ein starkes
Aufwallen