,78 Vom Cochenill-Scharlache.
Die Färber sind nicht so sorgfältig, daherist ihnen auch ihre Composikion nach i r bis 15^Lagen oft unbrauchbar. Ich zeige ihnen hier,wie sie es am besten zu machen haben, und wennsie die Vollkommenheit suchen, werden sie ihrbisher gewohntes Verfahren ändern, welcheshöchst mangelhaft ist. Diejenigen, welche dienöthige Kenntniß besitzen, zu entscheiden, ob ichoder die Färber Grund haben, werden solchesnicht eher thun, bis sie das Folgende gelesen haben.
Die Färber thun anfänglich in ein Gesäßenon Sandstein mit einer weiten Oefnung r PfundSalmiak, r Unzen gereinigten Salpeter,und 2 Pfund im Wasser gekörntes, oderbesser, gefeiltes Zinn: denn wenn es ge-schmolzen und gekörnt ist, so verwandelt sich einkleiner Theil davon in Kalk, der sich nicht auflö.ftt. Sie wagen 4 Pfund Wasser in einem be-sondern Gefäße ab, und schütten etwa einen hal-ben >Scptier davon auf dieses Mengscl in demSankstei'ngefäßc. Nachgehends thun sie andert-halb Pfund gemeines Scheidewasser dazu, wel-cheS ein heftiges Aufwallen verursachet. Wennsolches vorbey ist, thun sie eben wieder so vielScheidewasser dazu, und einen Augenblick dar-auf noch ein Pfund. Alsdenn gießen sie dasübrige von den 4 Pfund Wasser Hinzu, die siebesonders gewogen hatten. Sie decken das Gc-säße wohl zu, und lassen die Composition bisden folgenden Tag ruhen. Man kann in demScheidewasser Salpeter und Salmiak auflösenlassen, ehe man das Zinn hinein thut, welches