Vorn Gelben. 247
Das Gelbfärben mit der Miede geschieht folgen-dergestalt: Nachdem die Wolle oder der Zeug inrSude gewesen ist, thut man in eine frischeBrühefünf bis sechs Pfund Miede auf jedes PfundZeug- Alan bindet sie in einen Sack von klarerLeinwand, damit sie sich nicht in den Zeug menget;und damit sich der Sack nicht zu oberst in demKessel erhebt, beschweret man ihn mit einem Kreuzevon! schwerem Holze. Andere lassen ihre Miedekochen, bis sie alle ihre Farbe der Brühe mitge-theilet, und sich auf den Boden des Kessels gesetzthat, worauf sie einen eisernen Reifen, der mireinem Netze von Stricken durchzogen ist, daraufhineinstecken. Andere ziehen sie, nachdem siegekocht hat, mit einem Rechen heraus, und wer«fcn sie weg. Bisweilen menget man g.'lbes Holzunter die Wiede, und einige vermengen damitnoch andere von den erwähnten Materien, nachder Schattirung von Gelb, welche sie machenwollen; aber wenn man nur die Mmgen undVerhältnisse der Zuthaten bey der Brühe, dieMenge der färbenden Materie, und die Zeit desKochens verändert, so kann man, wie ich michzulänglich versichert habe, alle Schattirungen ohneEnde erhalten.
Ich habe die Probe davon bey den Versuchengemacht, die ich mit der Blume der VirgL uureaLLliaäenlis angestellt habe, welche eine gute Ver-
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zweckmäßig, sondern vielmehr schädlich; ein mit diesemZusah gefärbtes Tuch ist dem Umstand unterworfen, daßes von allen Säuren sogar schon vorn Wein und Biersie ckigt wird.